“Exit Gas, Enter Future” – Fridays for Future Mannheim beteiligte sich an internationalem Klimaaktionstag

Mit einem bunten Protest hat Fridays for Future Mannheim am 20. September 2025 ein Zeichen für konsequenten Klimaschutz gesetzt.

In rund 80 Orten in ganz Deutschland gab es Protestaktionen unter dem Motto #ExitGasEnterFuture. In Mannheim fand ein Demonstrationszug durch die Innenstadt mit einer anschließenden Kundgebung auf dem Paradeplatz statt.Dabei kamen über 500 Menschen zusammen.

“Wir alle wollen unsere Lebensgrundlagen erhalten und eine sichere, gerechte Zukunft. Dafür braucht es saubere, bezahlbare Energien – und den konsequenten Ausstieg aus fossilen Energien. Während Katherina Reiche der Gaslobby Milliardengeschenke macht und die Energiewende sabotiert, wo sie kann, haben wir uns heute entschlossen gegen diese fossile Zerstörung gestellt – hier in Mannheim, aber auch deutschland- und weltweit. Die Bundesregierung muss sich entscheiden: gegen fossile Zerstörung und für eine gerechte Zukunft“, sagt Linus Wöllner von Fridays for Future Mannheim.

Auch weltweit wurde an diesem Tag für gerechten Klimaschutz und den Ausstieg aus fossilen Energien protestiert. In rund 100 Ländern gab es Aktionen, von Melbourne über Johannesburg und London bis nach San Francisco.

“Statt den Ausbau der erneuerbaren Energie in Mannheim voranzutreiben, setzt die MVV beim Fernwärmenetz auf die “Brückentechnolgie” Gas. Es kann nicht sein, dass die Stadt Mannheim das Geld für den Klimafond zusammen streicht, statt der ursprünglichen 10 Mio. € will sie diesen auf 3 Mio. € zusammenschrumpfen. Dies zeigte eine vollkommen falsche Zielsetzung. “ meint Lena Kamuff von Fridays for Future Mannheim.

Text: Fridays for Future Mannheim | Bilder: Parents for Future Mannheim




„Don’t sell our future!“ – Fridays for future am 11. April

Fridays for Future Mannheim | KIM Archivbild

Am Freitag, den 11.04.25, ruft Fridays for Future in Mannheim im Rahmen des internationalen Aktionstags zu einer Demonstration auf. Unter dem Motto #Don’tSellOurFuture fordert die Klimabewegung neben einem schnellen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas und dem Ende aller fossilen Investitionen, dass sich die neue Bundesregierung für ein ambitioniertes europäisches Klimaziel einsetzt.

Deshalb treffen wir uns diesen Freitag zu einer Demonstration, am 11.04.25 um 16:45 Uhr am Marktplatz in Mannheim.

“In diesem Jahr wird das Pariser Abkommen zehn Jahre alt, gleichzeitig eskaliert die Klimakrise weltweit: In Ecuador stehen 26.000 Häuser unter Wasser, in Südkorea wüten Rekord-Waldbrände, in Deutschland trocknet der Rhein aus – um nur ein paar aktuelle Beispiele zu nennen. Aber statt alles dafür zu tun, die Klimakrise in den Griff zu bekommen, erleben wir wie Politiker bereits erreichte Erfolge im Klimaschutz angreifen und sehen überall auf der Welt neue Gas- und Ölprojekte, fette Profite für fossile Konzerne und fossile Entscheidungen, die die Klimakrise weiter befeuern. Deshalb machen wir am internationalen Aktionstag am 11. April auch in Mannheim klar: Die Welt steht in Flammen, wir können nicht länger warten!”, so Luis von Fridays for Future Mannheim.

Fridays for Future rückt unter anderem das neue Klimaziel der Europäischen Union für 2040 in den Fokus. Die Kommission schlägt vor, die Emissionen bis zu diesem Zeitpunkt um 90 Prozent zu senken. Während die SPD den Vorschlag unterstützt, fordert die Union in den laufenden Koalitionsverhandlungen in Berlin, das Ziel abzuschwächen und zusätzlich Emissionseinsparungen aus dem Ausland anzurechnen.

Fridays for Future warnt, dass damit reale Emissionsminderungen in Europa untergraben würden.

“Deutschland muss sich in Europa für ein starkes 2040-Ziel einsetzen – ohne Schlupflöcher und Rechentricks. Während Landwirte hier schon im Frühjahr mit einer extremen Dürre kämpfen und wir den heißesten Start ins Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen hatten, will Friedrich Merz Verantwortung für Deutschland übernehmen und Kanzler werden. Das muss er jetzt unter Beweis stellen. Wenn wir die 1,5-Grad-Grenze ernst nehmen, müssen wir Emissionen hier und jetzt senken. Denn gerade jetzt, wo klar ist, dass auf die USA in Sachen Klima kein Verlass ist, muss die EU vorangehen – und vor der Weltklimakonferenz in Brasilien ein ambitioniertes Klimaziel vorlegen”, so Mark von Fridays for Future Mannheim.

International wird es an zahlreichen weiteren Orten Aktionen geben, so etwa in den USA, Spanien und Brasilien, wo die diesjährige Weltklimakonferenz stattfindet. Auch hier in Mannheim laufen viele Dinge schief. Beispielsweise schreitet die Wärmewende viel zu langsam voran. Es fehlt an guten und unabhängigen Beratungsangeboten, die ökologisches Heizen gesamtheitlich vermitteln. So braucht es für die Umrüstung auf Wärmepumpen häufig größere Heizkörper und ordentliche Dämmung der Wohnungen und Häuser. Die existierenden Beratungsangebote vernachlässigen Thema Dämmung viel zu häufig. Außerdem wird bei der Fernwärme auf Übergangslösungen gesetzt, die praktisch fossile Quellen sind. So wird beispielsweise für den Betrieb der neuen Flusswärmepumpe auch Erdgas benötigt. Im Winter soll bei zu wenig Leistung ebenfalls Erdgas zur Wärmeerzeugung genutzt werden, das in Zukunft mit Wasserstoff betrieben werden soll. Dabei ist klar, dass Wasserstoff noch Jahrzehnte lang keine Alternative sein wird, da es viel zu teuer ist. Hier wird weiter auf Fossile gesetzt. Das muss sich ändern!

Die Demo beginnt am Freitag, 11.04.2025 um 16:45 am Marktplatz in Mannheim.

Fridays for future Mannheim




Fridays for Future stellt Forderungen zur Bundestagswahl [mit Video und Bildergalerie]

Eine Woche vor der Bundestagswahl demonstrierte Fridays for Future mit einem globalen Klimastreik in vielen Städten. Auch in Mannheim beteiligten sich laut Veranstalter*innen 800 Menschen aller Altersgruppen an einer Demo durch die Innenstadt. Ihre Forderungen für Klimagerechtigkeit richtet die Klimabewegung an die nächste Bundesregierung, denn alle stehen in der Verantwortung, die Zukunft der kommenden Generationen zu sichern. (red)

Videobeitrag bei YouTube: https://youtu.be/zp3HZCL-95k

„Wenn unsere Demokratie wankt, dann wankt auch das Klima. Und wenn das Klima wankt, dann wanken wir mit. Nicht nur in der Ferne brennen Wälder, kommt es zu Überschwemmungen, leiden Menschen an Dürren und Extremwettern, verlieren Menschen damit ihre Existenz. Auch hier in Europa sind Menschen mit den verheerenden Auswirkungen der Klimakrise konfrontiert und erleben hautnah das mit, woran Menschen im globalen Süden schon seit Jahren sterben. Wer schweigend hinnimmt, dass unser Planet gerade für viele Menschen heute und in Zukunft unbewohnbar gemacht wird, wird seiner Verantwortung nicht gerecht und trägt Mitschuld. Denn: Für eine klimagerechte Welt tragen wir alle die Verantwortung“, so die Rednerin Lena Voigt von Fridays for Future Mannheim.

Vor wenigen Wochen hatte Fridays for Future neue Forderungen für ein klimagerechtes Deutschland vorgestellt. Die Bewegung fordert einen klaren Plan für den Gasausstieg bis 2035. Gleichzeitig müsse Klimaschutz durch eine Mobilitäts- und Wärmegarantie für alle bezahlbar werden. Um die Transformation zu finanzieren, verlangt Fridays for Future die Besteuerung von Superreichen und fossilen Konzernen. Außerdem solle es eine Ausbildungsoffensive mit jährlich 300.000 Fachkräften in Zukunftsbranchen sowie einen Fonds für Klimaanpassungsmaßnahmen geben.

„Die Wähler:innen wollen Klimaschutz – und wir haben ein Recht auf Zukunft! Wenn die Parteien im Wahlkampf so tun, als würde die Klimakrise nicht existieren, ignorieren sie sowohl die ökologische Realität als auch die Sorgen der Menschen. Wer versucht, aus Wahlkampfkalkül Stimmung gegen Klimaschutz zu machen, handelt verantwortungslos. Wer Verbrenner-Aus, Klimaziele und Wärmewende zurückdrehen will, macht vor allem eins: Die Klimakrise immer schlimmer und liefert damit Menschen immer mehr Katastrophen aus. Wir waren heute mit einer klaren Botschaft auf der Straße: Bezahlbarer Klimaschutz und Ausstieg aus den fossilen Energien jetzt!“, ergänzt Antonia Leipertz von Fridays for Future Mannheim. (Fridays for Future Mannheim)

Forderungen von Fridays for Future zur Bundestagswahl

  • Jährlich 300.000 neue Jobs für die Klimawende
  • Klimaneutralität bis 2035
  • Gasausstieg bis 2035 mit klarem Plan
  • Besteuerung von Superreichen und fossilen Konzernen
  • Eine Mobilitäts- und Wärmegarantie für alle
  • Ein Fond für Klimaanpassung und Katastrophenhilfe

Mehr Infos: https://fridaysforfuture.de

Bildergalerie: Klimastreikdemo in Mannheim

 




Wir fahren zusammen: Demo für Klimagerechtigkeit und eine sozial gerechte Verkehrswende [Videobeitrag]

Für besseren ÖPNV, bessere Arbeitsbedingungen für Bus- und Bahnfahrer*innen und mehr Maßnahmen zum Klimaschutz demonstrierte am Freitag, 1. März ein Bündnis der Bewegung Fridays for Future und der Gewerkschft ver.di auch in Mannheim. Die Aktion fand im Rahmen der bundesweiten Kampagne #WirFahrenZusammen mit Demos im 117 Städten statt. In Mannheim war es kein wirklicher Streik, da der Tarifvertrag Nahverkehr (TVN) bei der RNV keine Anwendung findet und Bus- und Bahnfahrer*innen ganz normal arbeiten gingen, während es in vielen anderen Städten Warnstreiks gab. Entsprechend beteiligten sich weniger Beschäftigte aus diesem Bereich, dennoch zogen einige hundert Menschen vom Schloss durch die Quadrate bis zur Abschlusskundgebung auf dem Alten Messplatz. Im Videobeitrag kommen Marc von Fridays for Future Mannheim, Marianne von ver.di Rhein-Neckar sowie Isabell und Dennis von DIE LINKE zu Wort. Weiter unten dokumentieren wir die Pressemitteilung von Fridays for Future Mannheim. (cki)

Videobeitrag bei YouTube: https://youtu.be/XZsV1pr2zJA

Pressemitteilung von Fridays for Future Mannheim

Fridays for Future Mannheim beteiligte sich am Freitag, den 01.03.2024, mit einer Demonstration am bundesweiten Klimastreik von Fridays for Future unter dem Motto #WirFahrenZusammen. Dieses Motto bezeichnet die Allianz von FFF und der Gewerkschaft ver.di, bei der die  Aktivist*innen und Gewerkschaftler*innen eine Verkehrswende fordern, die ermöglicht wird durch bessere Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne im öffentlichen Personennahverkehr. Ebenfalls soll es, so FFF, eine Verdopplung der Investitionen in den ÖPNV bis 2030 geben.
Insgesamt gingen diesen Freitag deutschlandweit Menschen in 117 Städten auf die Straße. In Mannheim startete die Kundgebung um 17:00 Uhr im Ehrenhof am Schloss, anschließend lief ein Demonstrationszug mit etwa 400 Menschen bis zum Alten Messplatz.

„Allzu oft müssen wir einspringen und unsere kostbaren Ruhetage opfern, um das System am Laufen zu halten. Eine Aufgabe, die nicht nur unser körperliches und geistiges Wohlbefinden beeinträchtigt, sondern auch unser Familienleben oftmals hintenanstellt. Wie oft mussten wir schon familiäre Verpflichtungen zurückstellen, wie viele Geburtstage, Jahrestage oder Schulveranstaltung des eigenen Kindes konnten wir nicht miterleben, weil die Pflicht ruft?

Gleichzeitig aber reichen unsere Gehaltschecks trotz dieser hohen Arbeitsbelastung und unseres Engagements kaum für das Nötigste, geschweige denn für Luxusgüter. Mit jedem Monat, der vergeht, steigen die Lebenshaltungskosten, während unsere Löhne stagnieren“, so Laura Ebert, Beschäftigte im ÖPNV.

Für die RNV gilt der Tarifvertrag Nahverkehr (TVN) nicht, weshalb der Betrieb in der Rhein-Neckar Region nicht bestreikt wird. In Heidelberg und Mannheim zeigten sich die Demonstrierenden solidarisch mit dem Arbeitskampf in anderen Regionen. Bei diesen Verhandlungen kämpfen die Beschäftigten für bessere Arbeitsbedingungen, um das Personal im Nahverkehr zu halten und das Nahverkehrsangebot sicherzustellen. Bis 2030 werden knapp 100.000 Beschäftigte fehlen, es fallen immer mehr Fahrten aus und Linien müssen gestrichen werden. Nur durch einen gut ausgebauten und gut finanzierten ÖPNV kann man die Klimaziele im Verkehrssektor erreichen.

„Wir als FFF kämpfen für sozial gerechten Klimaschutz und dazu gehört auch, dass man die Menschen, die den Klimaschutz stämmen sollen, unterstützt“, so Franziska Bösinger von FFF Mannheim.

 




Mannheim: Fridays for Future mobilisiert 2000 Menschen zum 13. Globalen Klimstreik

Fridays for Future Mannheim beteiligte sich am Freitag, den 15.09.2023, mit einer Demonstration am 13. globalen Streik von Fridays for Future unter dem Motto #EndFossilFuels. Insgesamt gingen diesen Freitag deutschlandweit über 250.000 Menschen in einem breiten Bündnis aus Klimagruppen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen auf die Straße. In Mannheim startete die Kundgebung um 17:00 Uhr im Ehrenhof am Schloss, anschließend lief ein Demonstrationszug mit etwa 2000 Menschen bis zum Marktplatz.

“Wir haben keine Zeit mehr für den momentanen Stillstand in der Klimapolitik der Ampelkoalition! Die Krisen haben sich diesen Sommer aneinandergereiht, Waldbrände, Starkregenfälle, Dürren, neue Temperaturrekorde, gleichzeitig Überschwemmungen – die lebensbedrohlichen Folgen der Klimakatastrophe sind so deutlich wie nie! Selbst wenn die zu niedrigen Klimaziele der Bundesregierung eingehalten würden, stoßen wir noch 331 Millionen Tonnen CO2 zu viel aus“, erklärte Mathilda Peckhart von Fridays for Future Mannheim.

Die Demonstrierenden forderten die Bundesregierung zur Einhaltung der selbstgesteckten Klimaziele auf. Insbesondere die Sektorenziele dürften nicht zusammengelegt werden, da sonst eine völlige Abschwächung des Klimaschutzgesetzes drohe. Die Bewegung kritisiert das bisherige Ausbleiben des Klimageldes, da dies die wichtigste Maßnahme wäre, um die Bevölkerung effektiv zu entlasten und sozial verträglichen Klimaschutz zu ermöglichen.

„Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit müssen zusammen gedacht werden. Doch spätestens jetzt ist klar: Der Ampel ist weder an echtem Klimaschutz noch an sozialer Gerechtigkeit gelegen“, meinte Lena Kamuff von Fridays For Future Mannheim.

Pressemitteilung von Fridays for Future Mannheim vom 15.09.2023




„Lützi bleibt!“ – Solikundgebung in Mannheim

Am Dienstag riefen die Besetzer*innen des Dorfes Lützerath in NRW den „Tag X“ aus – die Polizei hatte mit ersten Maßnahmen zur Räumung begonnen. Klimaaktivist*innen halten den Ort am Rande des Kohletagebaus „Garzweiler II“ seit Monaten besetzt und wollen einen Abriss der Häuser verhindern. CDU und Grüne haben mit dem Konzern RWE einen sogenannten „Kohlekompromiss“ ausgehandelt, der das abbaggern und verfeuern der klimaschädlichen Braunkohle bis 2030 weiterhin erlaubt. Der Kohleausstieg ist in eine ungewisse Zukunft verschoben. Dagegen protestierten die Teilnehmer*innen der Kundgebung, zu der Fridays for Future Mannheim aufgerufen hatte. Sie forderten einen sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung.

„1,5 Grad Ziel ist so nicht erreichbar“

„Die Kohle unter Lützerath abzubaggern ist weder mit der 1,5 Grad Grenze vereinbar, noch für die Energiesicherheit nötig. Wir brauchen erneuerbare Energien statt dreckige, verlogene Kohledeals mit RWE!“ forderte eine Sprecherin von Fridays for Future Mannheim. Der Abriss der Ortschaft Lützerath müsse verhindert werden, daher solidarisiere man sich mit den Besetzer*innen.

Die aktuelle Energiekrise dürfe nicht dazu missbraucht werden, den Wechsel zu erneuerbaren Energien zurück zu drängen. Die Kohle unter Lützerath sei nicht für eine flächendeckende Energieversorgung notwendig, zeige eine aktuelle Studie, argumentierte die Sprecherin von Fridays for Future. Stattdessen könnten die Kohlekonzerne Dank des „Kompromisses“ auf Kosten des Klimawandels ihre fetten Profite einfahren.

Den Widerstand unterstützen

„Wenn man in Lützerath ist, sieht man, dass eine andere Welt möglich ist“, so eine Rednerin der Kundgebung über die Besetzer*innen des Dorfes. „Utopie wird hier konkret gelebt.“ Wer die Aktivist*innen unterstützen wolle, können hier vor Ort auf die Geschehnisse aufmerksam machen, Spenden sammeln oder selbst etwas blockieren. Am Beispiel Hambacher Forst habe man gesehen, dass sich Widerstand lohne. Dort hatten Klimaaktivist*innen mit Baumhäusern den Wald besetzt und verhinderten die Rodung und damit das Verfeuern der darunter liegenden Braunkohle.

Eine weitere Rednerin verteilte Postkarten, adressiert an Mona Neubaur (Grüne), die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie sei verantwortlich für den schmutzigen Kohledeal mit RWE und habe den Klimaschutz verraten. „Sie freut sich bestimmt, wenn ihr eure Meinung per Post an sie schickt.“

Die Redner*innen der Kundgebung riefen weiter dazu auf, selbst nach Lützerath zu fahren und den Widerstand vor Ort zu unterstützen. Am kommenden Wochenende ist eine gemeinsame Anfahrt aus Heidelberg geplant. Dieses Wochenende sei es noch gut möglich, in den besetzen Ort zu kommen. Für kommende Woche rechne man mit einer Sperrung durch die Polizei. Für Samstag, 14. Januar ist eine Großdemo angekündigt.

Und in Mannheim? Kohlekonzerne profitieren auch hier von der Gaskrise

Block 7 des Mannheimer Großkraftwerks (GKM)

Auch das Mannheimer Großkraftwerk (GKM) profitiert von der Energiekrise. Im Januar geht ein zusätzlicher Block wieder ans Netz, der eigentlich schon abgeschaltet war und nur noch als Reserve vorgehalten wurde. Im Dezember hatte der GKM Aufsichtsrat entschieden, den 475 Megawatt starken Block 7 wieder ans Netz zu nehmen. Begründet wird die Maßnahme mit der Versorgungssicherheit angesichts einer strikten Gas-Einsparungspolitik. Block 7 soll bis längstens März 2024 laufen – auch hier eine Perspektive in einer völlig ungewissen Zukunft.

Soliaktionen für Lützerath gehen weiter

Ähnliche Aktionen wie die Mannheimer Kundgebung gab es in vielen weiteren Städten. Die Besetzer*innen von Lützerath rufen die Öffentlichkeit dazu auf, ins Rheinland zu kommen, der Polizei die Räumung so schwer wie möglich zu machen und überall gegen die verlogene Klimapolitik von CDU und Grünen zu demonstrieren.

Weitere Infos bei „Lützerath lebt“: https://luetzerathlebt.info

(cki)

Weitere Bilder der Veranstaltung

 

 

 

 




Fahrraddemo gegen das „Greenwashing“ der MVV

Am Mittwoch, 01.06.2022 fand eine Fahrraddemo der Mannheimer Klimagruppen Fridays for Future, Mannheim kohlefrei, Mannheim Zero, Parents for Future, Scientists for Future und Extinction Rebellion statt. Anlass für die Demonstration sind auf das Fehlen einer Reduktion der Emissionen gemäß den Klimaabkommen und das Greenwashing der MVV hinzuweisen und den Ausstieg aus den fossilen Energien zu fordern.

„Wir können es drehen und wenden: die MVV ist ein Unternehmen der Verbrennung. Nimmt man ihm die Kohle, dann wird eben Gas, Müll und Holz verbrannt. Das hat mit der Bereitstellung nachhaltiger Wärme nichts zu tun und ist entgegen der eigenen Propaganda schlichtweg nicht klimaneutral“, so Etienne Reiter (Fridays for Future) in der Rede vor dem MVV-Hochhaus am Luisenring Mannheim zu den Fahrraddemonstranten.

Die Aktivist*innen kritisieren den Bau des neuen Gaskessels sowie Müll-und Altholzverbrennung, da sie diese Möglichkeiten der Energiegewinnung, im Gegensatz zur MVV, nicht als klimaneutral bewerten. Sie fordern von der MVV einen transparenten Plan zu Klimaneutralität unter Einbezug des Mannheimer Treibhausgasrestbudgets.

In ihrer Rede kritisieren die Klimagruppen außerdem das Vorgehen der Stadt Mannheim bei der Erstellung des Klimaschutzaktionsplanes. Der Aktivist Arnulf Quentin von Mannheim kohlefrei kritisiert: „Mal abgesehen davon, dass es die Stadt anscheinend nicht besonders eilig hat, wenn man den nachfolgenden Plan erst 1 ½ Jahre nach Beginn des Jahrzehnts startet, so ist es umso ärgerlicher, wenn dieser Plan statt zu Ende 2021 nun erst Mitte 2022 erstellt sein soll. Irritierend ist außerdem, dass die Erstellung des Plans nun seit Monaten hinter verschlossenen Türen des Wuppertal Instituts und der Stadt Mannheim geschieht. Außer einer Sitzung, die nach unserem Protest im Januar stattfand, gibt es seither keine Beteiligung mehr.“

Die Klimagruppen fordern zügiges Handeln der Stadt Mannheim sowie des Energiekonzerns MVV AG, da eine sofortige Verkehrs- und eine Wärmewende für die Einhaltung der 1,5 Grad Grenze des Pariser Klimaabkommens unabdingbar sind.

(Fridays for Future Mannheim)




„Schluss mit dem Greenwashing der MVV!“

Protest von Fridays for Future beim Frühjahrsempfang der Stadt Mannheim im Rossengarten. (Bild FFFMA)

Aktion am Frühjahrsempfang der Stadt Mannheim und Einladung zur Demonstration am 01.06.2022

Fridays for Future Mannheim hat sich beim Frühjahrsempfang der Stadt Mannheim am 22. Mai mit einem eigenen Stand beteiligt. Die lokale Bewegung unterstützt das diesjährige Motto „Gutes Klima – !DEAL für Mannheim“, kritisiert jedoch einzelne Aussteller für Greenwashing. Insbesondere das Energieunternehmen MVV wirbt so lautstark mit dem Ziel der Klimaneutralität, investiert jedoch weiter in neue fossile Infrastruktur wie beispielsweise Gaskraftwerke. Fridays for Future Mannheim protestierte gegen dieses Verhalten vor dem Stand der MVV mit einem Banner und klärte die Besucher*innen über das Greenwashing des Energieversorgers auf: „Wir fordern eine echte Energiewende mit echten erneuerbaren Energien – Schluss mit dem Greenwashing der MVV! Weder der Bau eines neuen Gaskessels, noch die Verbrennung von Müll und Holz ist klimagerecht.“ Dass die Aktivist*innen anschließend aufgrund der Kritik von der Veranstaltung verwiesen wurden, ermutigt Fridays for Future nur weiter. Gemeinsam mit den Initiativen Mannheim Kohlefrei, Mannheim Zero, Extinction Rebellion, Scientist for Future und People and Parents for Future Mannheim protestiert Fridays for Future Mannheim am 01.06.2022 gegen die MVV. Die Fahrraddemonstration startet um 15:30 Uhr im Ehrenhof am Mannheimer Schloss und führt durch die Stadt zum Hauptsitz der MVV an der Kurpfalzbrücke. Aufgrund der Umbauten am Ring, muss diese Demonstration ausnahmsweise an einem Mittwoch stattfinden. Gemeinsam fordern die Initiativen den tatsächlichen Ausstieg aus schmutzigen Energien, Transparenz und eine ehrliche Kommunikation ohne grün bemalte Versprechungen.

(Fridays for Future Mannheim)

 

 




Aktionstag gegen Greenwashing: Fridays for Future kritisiert Atom- und Erdgas-Labeling als „nachhaltig“

Aktionstag auf dem Toulonplatz

Die Nachricht, dass die EU Kommission Energieerzeugung aus Ergas und Kernenergie als nachhaltig und klimafreundlich einstufen möchte, hat nicht nur bei Wissenschaftler*innen für Kopfschütteln gesorgt. Auch die Klimabewegung Fridays for Future äußerte deutliche Kritik und rief für den Freitag zum Aktionstag #VollGasInDieKrise auf. Die Mannheimer Ortsgruppe beteiligte sich mit einer Aktion auf dem Toulonplatz.

Mit der Einstufung der Energiegewinnung aus Atomkraft und Erdgas als „nachhaltig“ dürften sich Lobbyist*innen aus der Wirtschaft durchgesetzt haben. Die EU Kommission hat nun einen entsprechenden Vorschlag gemacht.

Während Kernenergie vor allem in Ländern wie Frankreich politische Unterstützung und Milliarden schwere Investitionen hinter sich weiß, dürfte sich die deutsche Politik für Erdgas stark gemacht haben. Mit dem Pipeline-Projekt Nordstream 2 wurden die Weichen für die Zukunft bereits vor Jahren gestellt. Seitdem hört man immer wieder die Geschichte von der „Brückentechnologie“.

Doch die Klimarettung rückt so immer weiter in die Ferne, befürchten Aktivist*innen von Fridays for Future. „Das ist Greenwashing“, sagt eine der Teilnehmer*innen auf dem Toulonplatz. Jeder wisse, dass Erdgas als fossiler Energieträger überhaupt nicht klimafreundlich sei. Aber weil wirtschaftliche Interessen dahinter stehen, würde nun einfach versucht, das Image zu ändern. „Dabei hat die Wissenschaft das alles bereits widerlegt“ ergänzt ihre Mitstreiterin.

Komplexe Themen runter brechen

Sie fürchten, dass die Diskussion um’s Erdgas auch den Termin beeinflussen könnte, wann das Mannheimer Großkraftwerk abgeschaltet wird. „Ich bin vor allem enttäuscht von Olaf Scholz, der ja anfangs behauptet hat, ein Klimakanzler zu sein“, sagt eine der Teilnehmer*innen auf dem Toulonplatz.

Während Wissenschaft und Klimaaktivist*innen das Spiel mit dem Greenwashing durchschauen, befürchten sie, dass nun vor allem finanzielle Investitionen weg von erneuerbaren Energietechnologien, hin zu Ergas und Atomstrom fließen. Das Label „nachhaltig“ wird gerne auf Finanzprodukte geschrieben, nicht immer schauen sich die Kund*innen genau an, was sich dahinter verbirgt. „Indem wir uns einmischen, wollen wir das komplexe Thema herunterbrechen, dass es die Leute verstehen“, begründet eine Demonstrantin ihr Engagement beim Aktionstag.

Den Freitagnachmittag verbringen die jungen Leute von Fridays for Future damit, ihre Botschaften mit Kreide auf den Toulonplatz zu schreiben. Sie malen Banner und Schilder und vermutlich tut es einfach mal gut, sich in der einsamen Pandemiezeit mal wieder auf der Straße zu sehen. (cki)

 




Tausende auf der Straße vor der großen Klimawahl [mit Bildergalerie und Video]

Das ganze System verändern oder doch lieber die etablierten Parteien wählen? Der Klimastreik fand zwei Tage vor der Bundestagswahl statt.

„Bundestagswahl = Klimawahl“ stand auf dem Schild einer Teilnehmerin der Demo zum globalen Klimastreik. Am 24. September, zwei Tage vor der Bundestagswahl gingen auch in Mannheim mehrere tausend Menschen unter dem Motto „Alle fürs Klima“ auf die Straße. Sie forderten eine Klimapolitik auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, einen Ausstieg aus der Kohle und eine neue Verkehrspolitik.

Trotz oder gerade wegen der Bundestagswahl blieb das Verhältnis den Parteien gegenüber skeptisch. „Keine Partei hat einen Plan, wie wir das 1,5 Grad Ziel erreichen können“, sagte ein Sprecher von Fridays for Future Mannheim bei der Abschlusskundgebung.

So fand auf der Demo selbst auch kaum Wahlkampf statt. Im hinteren Teil fuhr ein Melis-Sekmen-Lastenrad der Grünen. Vereinzelt gab es Sympathiebekundungen für Linke und Grüne, insgesamt hielten sich Politiker*innen aber im Hintergrund.

Videobeitrag bei Youtube: https://youtu.be/xu5PU0YU2v0

GKM abschalten und umdenken in der Verkehrspolitik

Stattdessen ging es um konkreten Forderungen und Fakten. „Unser Restbudget an CO2-Austoß sind nur noch 16 Millionen Tonnen“ erläuterte der Redner von Fridays for Future. Das Mannheimer Kohlegroßkraftwerk (GKM) stoße bereits soviel aus, dass die Hälfte des Volumens erreicht sei. Man könne sich leicht ausrechnen, ob es mit der Einsparung klappen wird, wenn das GKM noch Jahre lang weiter am Netz bleibt.

Die schnelle Abschaltung des GKM war eine wichtige Forderung. Eine weitere war ein Umdenken in der Verkehrspolitik. „Bisher wird der Fahrradverkehr nur in den Autoverkehr integriert“, so der Redner. Das müsse sich ändern. Fahrradschnellverbindungen durch die Stadt seien ein Beispiel dafür, wo es kaum voran gehe. Auch das Thema autofreie Innenstadt erfährt Rückschläge. Doch der Klimwandel lasse der Menschheit keine Zeit. „Die beste Zeit zu handeln war gestern“, drückte es eine Teilnehmerin der Demo aus.

Die Verkehrswende war vielen Teilnehmer*innen ein wichtiges Anliegen

Starkes Bündnis und Klimacamp am Alten Messplatz

Die Veranstalter*innen von Fridays for Future Mannheim freuten sich über die gute Beteiligung der zahlreichen gesellschaftlichen Initiativen in der Stadt. „Wir sind ein starkes Bündnis“ betonte ein Sprecher und berichtete, dass 4.500 Menschen auf der Demo gezählt wurden. Auch die Kooperation mit weiteren klimapolitischen Initiativen, Wissenschaftler*innen und Organisationen, wie Mannheim Kohlefrei, dem Fahrradbündnis, aber auch kurdischen und feministischen Gruppen wurde positiv hervorgehoben.

In den Tagen vor dem großen Klimastreik fand am Alten Messplatz ein Klimacamp statt. Zur Vernetzung und zur ausführlichen Beschäftigung mit Inhalten hatte die Klimabewegung das Camp initiiert und durfte dafür das Gelände des ALTER nutzen. Täglich gab es Vorträge, Diskussionen und praktische Workshops.

Klimacamp am Alten Messplatz

Die Klimawahl

Bundestagswahl 2021: Die Erkenntnis, dass die Alten über die Zukunft der Jungen entscheiden

Mehr als 600.000 Menschen, davon alleine 100.000 in Berlin, sollen sich in Deutschland in rund 400 Städten am globalen Klimastreiktag 24. September beteiligt haben. Welche Auswirkungen die Proteste auf die Bundestagswahl haben, ist schwer zu sagen. Während die CDU vielerorts scharf kritisiert wird, kommt die SPD teils glimpflich davon, obwohl sie doch für die herrschenden Zustände aufgrund jahrelanger Regierungsbeteiligung maßgeblich mitverantwortlich ist. FFF-Aktivistin Luisa Neubauer sagt aber in Berlin in Richtung Olaf Scholz: „Wir streiken auch gegen die Politik der SPD“.

Kritik an den Grünen gibt es von den Aktivist*innen immer wieder, gerade was die Betrachtung der Regierungspolitik in Baden-Württemberg angeht. DIE LINKE kommt in den Analysen besser weg, doch bei der Basis der Klimabewegung, vor allem bei der älteren Generation, dürfte sich ein grüner Mainstream verbreitet haben. Meist siegt der Pragmatismus. Während DIE LINKE gefährlich nah an der 5%-Hürde entlang schrammt, dürfen sich die Grünen konkrete Hoffnungen auf eine Regierungsbeteiligung machen. Taktische Überlegungen und die „Wahl des kleineren Übels“ werden sich bei vielen klimapolitisch aktiven Menschen durchsetzen, denn Parteiideologie ist der Bewegung fremd. Dennoch war auf vielen Schildern zu lesen: „Geht wählen!“

(Text: cki / Bilder: cki/scr)

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