„Schluss mit dem Greenwashing der MVV!“

Protest von Fridays for Future beim Frühjahrsempfang der Stadt Mannheim im Rossengarten. (Bild FFFMA)

Aktion am Frühjahrsempfang der Stadt Mannheim und Einladung zur Demonstration am 01.06.2022

Fridays for Future Mannheim hat sich beim Frühjahrsempfang der Stadt Mannheim am 22. Mai mit einem eigenen Stand beteiligt. Die lokale Bewegung unterstützt das diesjährige Motto „Gutes Klima – !DEAL für Mannheim“, kritisiert jedoch einzelne Aussteller für Greenwashing. Insbesondere das Energieunternehmen MVV wirbt so lautstark mit dem Ziel der Klimaneutralität, investiert jedoch weiter in neue fossile Infrastruktur wie beispielsweise Gaskraftwerke. Fridays for Future Mannheim protestierte gegen dieses Verhalten vor dem Stand der MVV mit einem Banner und klärte die Besucher*innen über das Greenwashing des Energieversorgers auf: „Wir fordern eine echte Energiewende mit echten erneuerbaren Energien – Schluss mit dem Greenwashing der MVV! Weder der Bau eines neuen Gaskessels, noch die Verbrennung von Müll und Holz ist klimagerecht.“ Dass die Aktivist*innen anschließend aufgrund der Kritik von der Veranstaltung verwiesen wurden, ermutigt Fridays for Future nur weiter. Gemeinsam mit den Initiativen Mannheim Kohlefrei, Mannheim Zero, Extinction Rebellion, Scientist for Future und People and Parents for Future Mannheim protestiert Fridays for Future Mannheim am 01.06.2022 gegen die MVV. Die Fahrraddemonstration startet um 15:30 Uhr im Ehrenhof am Mannheimer Schloss und führt durch die Stadt zum Hauptsitz der MVV an der Kurpfalzbrücke. Aufgrund der Umbauten am Ring, muss diese Demonstration ausnahmsweise an einem Mittwoch stattfinden. Gemeinsam fordern die Initiativen den tatsächlichen Ausstieg aus schmutzigen Energien, Transparenz und eine ehrliche Kommunikation ohne grün bemalte Versprechungen.

(Fridays for Future Mannheim)

 

 




Aktionstag gegen Greenwashing: Fridays for Future kritisiert Atom- und Erdgas-Labeling als „nachhaltig“

Aktionstag auf dem Toulonplatz

Die Nachricht, dass die EU Kommission Energieerzeugung aus Ergas und Kernenergie als nachhaltig und klimafreundlich einstufen möchte, hat nicht nur bei Wissenschaftler*innen für Kopfschütteln gesorgt. Auch die Klimabewegung Fridays for Future äußerte deutliche Kritik und rief für den Freitag zum Aktionstag #VollGasInDieKrise auf. Die Mannheimer Ortsgruppe beteiligte sich mit einer Aktion auf dem Toulonplatz.

Mit der Einstufung der Energiegewinnung aus Atomkraft und Erdgas als „nachhaltig“ dürften sich Lobbyist*innen aus der Wirtschaft durchgesetzt haben. Die EU Kommission hat nun einen entsprechenden Vorschlag gemacht.

Während Kernenergie vor allem in Ländern wie Frankreich politische Unterstützung und Milliarden schwere Investitionen hinter sich weiß, dürfte sich die deutsche Politik für Erdgas stark gemacht haben. Mit dem Pipeline-Projekt Nordstream 2 wurden die Weichen für die Zukunft bereits vor Jahren gestellt. Seitdem hört man immer wieder die Geschichte von der „Brückentechnologie“.

Doch die Klimarettung rückt so immer weiter in die Ferne, befürchten Aktivist*innen von Fridays for Future. „Das ist Greenwashing“, sagt eine der Teilnehmer*innen auf dem Toulonplatz. Jeder wisse, dass Erdgas als fossiler Energieträger überhaupt nicht klimafreundlich sei. Aber weil wirtschaftliche Interessen dahinter stehen, würde nun einfach versucht, das Image zu ändern. „Dabei hat die Wissenschaft das alles bereits widerlegt“ ergänzt ihre Mitstreiterin.

Komplexe Themen runter brechen

Sie fürchten, dass die Diskussion um’s Erdgas auch den Termin beeinflussen könnte, wann das Mannheimer Großkraftwerk abgeschaltet wird. „Ich bin vor allem enttäuscht von Olaf Scholz, der ja anfangs behauptet hat, ein Klimakanzler zu sein“, sagt eine der Teilnehmer*innen auf dem Toulonplatz.

Während Wissenschaft und Klimaaktivist*innen das Spiel mit dem Greenwashing durchschauen, befürchten sie, dass nun vor allem finanzielle Investitionen weg von erneuerbaren Energietechnologien, hin zu Ergas und Atomstrom fließen. Das Label „nachhaltig“ wird gerne auf Finanzprodukte geschrieben, nicht immer schauen sich die Kund*innen genau an, was sich dahinter verbirgt. „Indem wir uns einmischen, wollen wir das komplexe Thema herunterbrechen, dass es die Leute verstehen“, begründet eine Demonstrantin ihr Engagement beim Aktionstag.

Den Freitagnachmittag verbringen die jungen Leute von Fridays for Future damit, ihre Botschaften mit Kreide auf den Toulonplatz zu schreiben. Sie malen Banner und Schilder und vermutlich tut es einfach mal gut, sich in der einsamen Pandemiezeit mal wieder auf der Straße zu sehen. (cki)