“Exit Gas, Enter Future” – Fridays for Future Mannheim beteiligte sich an internationalem Klimaaktionstag

Mit einem bunten Protest hat Fridays for Future Mannheim am 20. September 2025 ein Zeichen für konsequenten Klimaschutz gesetzt.

In rund 80 Orten in ganz Deutschland gab es Protestaktionen unter dem Motto #ExitGasEnterFuture. In Mannheim fand ein Demonstrationszug durch die Innenstadt mit einer anschließenden Kundgebung auf dem Paradeplatz statt.Dabei kamen über 500 Menschen zusammen.

“Wir alle wollen unsere Lebensgrundlagen erhalten und eine sichere, gerechte Zukunft. Dafür braucht es saubere, bezahlbare Energien – und den konsequenten Ausstieg aus fossilen Energien. Während Katherina Reiche der Gaslobby Milliardengeschenke macht und die Energiewende sabotiert, wo sie kann, haben wir uns heute entschlossen gegen diese fossile Zerstörung gestellt – hier in Mannheim, aber auch deutschland- und weltweit. Die Bundesregierung muss sich entscheiden: gegen fossile Zerstörung und für eine gerechte Zukunft“, sagt Linus Wöllner von Fridays for Future Mannheim.

Auch weltweit wurde an diesem Tag für gerechten Klimaschutz und den Ausstieg aus fossilen Energien protestiert. In rund 100 Ländern gab es Aktionen, von Melbourne über Johannesburg und London bis nach San Francisco.

“Statt den Ausbau der erneuerbaren Energie in Mannheim voranzutreiben, setzt die MVV beim Fernwärmenetz auf die “Brückentechnolgie” Gas. Es kann nicht sein, dass die Stadt Mannheim das Geld für den Klimafond zusammen streicht, statt der ursprünglichen 10 Mio. € will sie diesen auf 3 Mio. € zusammenschrumpfen. Dies zeigte eine vollkommen falsche Zielsetzung. “ meint Lena Kamuff von Fridays for Future Mannheim.

Text: Fridays for Future Mannheim | Bilder: Parents for Future Mannheim




Fridays for Future stellt Forderungen zur Bundestagswahl [mit Video und Bildergalerie]

Eine Woche vor der Bundestagswahl demonstrierte Fridays for Future mit einem globalen Klimastreik in vielen Städten. Auch in Mannheim beteiligten sich laut Veranstalter*innen 800 Menschen aller Altersgruppen an einer Demo durch die Innenstadt. Ihre Forderungen für Klimagerechtigkeit richtet die Klimabewegung an die nächste Bundesregierung, denn alle stehen in der Verantwortung, die Zukunft der kommenden Generationen zu sichern. (red)

Videobeitrag bei YouTube: https://youtu.be/zp3HZCL-95k

„Wenn unsere Demokratie wankt, dann wankt auch das Klima. Und wenn das Klima wankt, dann wanken wir mit. Nicht nur in der Ferne brennen Wälder, kommt es zu Überschwemmungen, leiden Menschen an Dürren und Extremwettern, verlieren Menschen damit ihre Existenz. Auch hier in Europa sind Menschen mit den verheerenden Auswirkungen der Klimakrise konfrontiert und erleben hautnah das mit, woran Menschen im globalen Süden schon seit Jahren sterben. Wer schweigend hinnimmt, dass unser Planet gerade für viele Menschen heute und in Zukunft unbewohnbar gemacht wird, wird seiner Verantwortung nicht gerecht und trägt Mitschuld. Denn: Für eine klimagerechte Welt tragen wir alle die Verantwortung“, so die Rednerin Lena Voigt von Fridays for Future Mannheim.

Vor wenigen Wochen hatte Fridays for Future neue Forderungen für ein klimagerechtes Deutschland vorgestellt. Die Bewegung fordert einen klaren Plan für den Gasausstieg bis 2035. Gleichzeitig müsse Klimaschutz durch eine Mobilitäts- und Wärmegarantie für alle bezahlbar werden. Um die Transformation zu finanzieren, verlangt Fridays for Future die Besteuerung von Superreichen und fossilen Konzernen. Außerdem solle es eine Ausbildungsoffensive mit jährlich 300.000 Fachkräften in Zukunftsbranchen sowie einen Fonds für Klimaanpassungsmaßnahmen geben.

„Die Wähler:innen wollen Klimaschutz – und wir haben ein Recht auf Zukunft! Wenn die Parteien im Wahlkampf so tun, als würde die Klimakrise nicht existieren, ignorieren sie sowohl die ökologische Realität als auch die Sorgen der Menschen. Wer versucht, aus Wahlkampfkalkül Stimmung gegen Klimaschutz zu machen, handelt verantwortungslos. Wer Verbrenner-Aus, Klimaziele und Wärmewende zurückdrehen will, macht vor allem eins: Die Klimakrise immer schlimmer und liefert damit Menschen immer mehr Katastrophen aus. Wir waren heute mit einer klaren Botschaft auf der Straße: Bezahlbarer Klimaschutz und Ausstieg aus den fossilen Energien jetzt!“, ergänzt Antonia Leipertz von Fridays for Future Mannheim. (Fridays for Future Mannheim)

Forderungen von Fridays for Future zur Bundestagswahl

  • Jährlich 300.000 neue Jobs für die Klimawende
  • Klimaneutralität bis 2035
  • Gasausstieg bis 2035 mit klarem Plan
  • Besteuerung von Superreichen und fossilen Konzernen
  • Eine Mobilitäts- und Wärmegarantie für alle
  • Ein Fond für Klimaanpassung und Katastrophenhilfe

Mehr Infos: https://fridaysforfuture.de

Bildergalerie: Klimastreikdemo in Mannheim

 




Wie der City Airport Mannheim seine Klimabilanz und seine Wirtschaftsbilanz beschönigt

Am City Airport Mannheim wird ein Jet betankt | Bild: KIM

Anhaltende Kritik am Mannheimer Flugplatz

Im Rahmen des nachhaltigen Umbaus der deutschen Wirtschaft werden immer wieder klimaschädliche Subventionen kritisiert. Öffentliche Institutionen zahlen finanzielle Unterstützung für Projekte mit hohem CO2-Ausstoß. In den vergangenen Jahren ist auch der Mannheimer Flugplatz stets durch hohe Verluste aufgefallen, die von der Stadt übernommen wurden. So subventioniert die Stadt den Regionalflughafen bisher mit bis zu 1,3 Millionen Euro im Jahr [1, Seite 59]. Nach diesen langjährigen Verlusten wird jetzt ein Gewinn von 119 000 Euro berichtet [2]. Doch der Schein trügt.

Auch ohne einen ausgewiesenen Verlustausgleich profitiert der City Airport von klimaschädlichen Subventionen. Kurz vor Ende der letzten Legislaturperiode im deutschen Bundestag beschloss die große Koalition, dass fortan der Bund die deutschen Regionalflughäfen mit der Übernahme der Flugsicherungskosten unterstützt. Für den Mannheimer Flughafen bedeutet das ein Geschenk in Höhe von 1,05 Millionen Euro im Jahr [1, Seite 62]. Außerdem überlässt die Stadt Mannheim dem City Airport die genutzte Fläche mietfrei [3]. Die hervorragend gelegenen 53 Hektar wären sicherlich jedes Jahr einen hohen sechsstelligen Betrag wert. Darüber hinaus ist bereits beschlossen, dass im Jahr 2025 die Landebahn zu Kosten von 3 Millionen Euro erneuert werden soll [2]. Wenn die Einnahmen des City Airports nicht gleichermaßen steigen muss die Stadt Mannheim für diesen Betrag aufkommen.

Eine offene Frage bleibt jedoch. Wie klimaschädlich ist der Mannheimer Flugplatz wirklich? Seit der Festlegung ihres Klimaschutzaktionsplans zur CO2-Neutralität ab 2030 berechnet die Stadt Mannheim eine CO2-Bilanz. Diese Bilanz wird nach dem bundeseinheitlichen BISKO-Standard berechnet. Nach dieser Berechnungsmethode müssten alle Verkehrsmittel, die auf dem Stadtgebiet verkehren eigentlich berücksichtigt werden. Bei der Mannheimer Berechnung der Klimabilanz wird der Flugplatz jedoch nicht berücksichtigt [3]. Dabei verbrauchen kleinere Jets, wie sie in Mannheim viel genutzt werden, durchschnittlich zehnmal so viel CO2 pro Passagier wie ein normales Verkehrsflugzeug [4]. Als ökologische Alternative wird ein neues E-Flugzeug angepriesen. Dabei handelt es sich jedoch nur um ein 2-sitziges Leichtflugzeug mit geringer Reichweite, das allenfalls für Übungszwecke geeignet ist [5]. Es ist weiterhin damit zu rechnen, dass jährlich tausende Flugzeuge mit klassischen Verbrennungsmotoren in Mannheim starten.

Aus der Bevölkerung kommt deshalb immer wieder Kritik am City Airport. Die lokale Initiative „Flughafen Mannheim schließen“ hinterfragt auch die wirtschaftliche Bedeutsamkeit des Regionalflughafens. Unter den 152 in Mannheim stationierten Flugzeugen befinden sich nur 14 Jets regionaler Unternehmen [2]. „Der City Airport Mannheim fördert die Emissionen der Oberklasse ohne für unsere Wirtschaft notwendig zu sein“, sagt Oli Merten, Sprecher der Initiative, und weist auf Mannheims gute Schienenanbindung und die Nähe des Frankfurter Flughafens hin.

Initiative „Flughafen Mannheim schließen“

 

Quellen:

[1] https://www.mannheim.de/sites/default/files/2023-06/Erweiterter%20Beteiligungsbericht%202021.pdf

[2] https://www.mannheimer-morgen.de/orte/mannheim_artikel,-mannheim-sperrung-an-zehn-tagen-wie-der-mannheimer-flughafen-seine-landebahn-erneuert-_arid,2182498.html

[3] https://buergerinfo.mannheim.de/buergerinfo/getfile.asp?id=8198208&type=do&#search=%22V522/2023%22

[4] https://www.transportenvironment.org/wp-content/uploads/2021/08/2021_05_private_jets_FINAL.pdf

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Pipistrel_Velis_Electro

 

 




Wir fahren zusammen: Demo für Klimagerechtigkeit und eine sozial gerechte Verkehrswende [Videobeitrag]

Für besseren ÖPNV, bessere Arbeitsbedingungen für Bus- und Bahnfahrer*innen und mehr Maßnahmen zum Klimaschutz demonstrierte am Freitag, 1. März ein Bündnis der Bewegung Fridays for Future und der Gewerkschft ver.di auch in Mannheim. Die Aktion fand im Rahmen der bundesweiten Kampagne #WirFahrenZusammen mit Demos im 117 Städten statt. In Mannheim war es kein wirklicher Streik, da der Tarifvertrag Nahverkehr (TVN) bei der RNV keine Anwendung findet und Bus- und Bahnfahrer*innen ganz normal arbeiten gingen, während es in vielen anderen Städten Warnstreiks gab. Entsprechend beteiligten sich weniger Beschäftigte aus diesem Bereich, dennoch zogen einige hundert Menschen vom Schloss durch die Quadrate bis zur Abschlusskundgebung auf dem Alten Messplatz. Im Videobeitrag kommen Marc von Fridays for Future Mannheim, Marianne von ver.di Rhein-Neckar sowie Isabell und Dennis von DIE LINKE zu Wort. Weiter unten dokumentieren wir die Pressemitteilung von Fridays for Future Mannheim. (cki)

Videobeitrag bei YouTube: https://youtu.be/XZsV1pr2zJA

Pressemitteilung von Fridays for Future Mannheim

Fridays for Future Mannheim beteiligte sich am Freitag, den 01.03.2024, mit einer Demonstration am bundesweiten Klimastreik von Fridays for Future unter dem Motto #WirFahrenZusammen. Dieses Motto bezeichnet die Allianz von FFF und der Gewerkschaft ver.di, bei der die  Aktivist*innen und Gewerkschaftler*innen eine Verkehrswende fordern, die ermöglicht wird durch bessere Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne im öffentlichen Personennahverkehr. Ebenfalls soll es, so FFF, eine Verdopplung der Investitionen in den ÖPNV bis 2030 geben.
Insgesamt gingen diesen Freitag deutschlandweit Menschen in 117 Städten auf die Straße. In Mannheim startete die Kundgebung um 17:00 Uhr im Ehrenhof am Schloss, anschließend lief ein Demonstrationszug mit etwa 400 Menschen bis zum Alten Messplatz.

„Allzu oft müssen wir einspringen und unsere kostbaren Ruhetage opfern, um das System am Laufen zu halten. Eine Aufgabe, die nicht nur unser körperliches und geistiges Wohlbefinden beeinträchtigt, sondern auch unser Familienleben oftmals hintenanstellt. Wie oft mussten wir schon familiäre Verpflichtungen zurückstellen, wie viele Geburtstage, Jahrestage oder Schulveranstaltung des eigenen Kindes konnten wir nicht miterleben, weil die Pflicht ruft?

Gleichzeitig aber reichen unsere Gehaltschecks trotz dieser hohen Arbeitsbelastung und unseres Engagements kaum für das Nötigste, geschweige denn für Luxusgüter. Mit jedem Monat, der vergeht, steigen die Lebenshaltungskosten, während unsere Löhne stagnieren“, so Laura Ebert, Beschäftigte im ÖPNV.

Für die RNV gilt der Tarifvertrag Nahverkehr (TVN) nicht, weshalb der Betrieb in der Rhein-Neckar Region nicht bestreikt wird. In Heidelberg und Mannheim zeigten sich die Demonstrierenden solidarisch mit dem Arbeitskampf in anderen Regionen. Bei diesen Verhandlungen kämpfen die Beschäftigten für bessere Arbeitsbedingungen, um das Personal im Nahverkehr zu halten und das Nahverkehrsangebot sicherzustellen. Bis 2030 werden knapp 100.000 Beschäftigte fehlen, es fallen immer mehr Fahrten aus und Linien müssen gestrichen werden. Nur durch einen gut ausgebauten und gut finanzierten ÖPNV kann man die Klimaziele im Verkehrssektor erreichen.

„Wir als FFF kämpfen für sozial gerechten Klimaschutz und dazu gehört auch, dass man die Menschen, die den Klimaschutz stämmen sollen, unterstützt“, so Franziska Bösinger von FFF Mannheim.

 




Klimaliste Mannheim fordert Schließung des „City Airport Mannheim“

Luftbild des Flugplatz Mannheim | Bild: Carsten Steger CC BY-SA

Die Klimaliste Mannheim unterstützt die Petition „Flughafen Mannheim schließen“. Im Rahmen des Klimaschutz-Aktionsplans der Stadt Mannheim sind klare Klimaziele und Handlungsfelder definiert, darunter eine langfristige CO2-Einsparung. Um diese Ziele zu erreichen und unnötige Emissionen zu vermeiden, ist eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten notwendig. Der sogenannte „City Airport Mannheim“ wird derzeit durch die Allgemeinheit subventioniert, obwohl er nur von einer sehr kleinen und hochprivilegierten Minderheit genutzt wird. Dabei bedient der Flugplatz, der offiziell noch nicht einmal ein richtiger Flughafen ist, fast ausschließlich unnötige und besonders klima- und umweltschädliche Privat- und Kurzstreckenflüge. Kandidat für die Gemeinderatswahl Patrick Bernhagen erklärt dazu: „Die gelegentlich eingestreute Behauptung, der Flugplatz sei für lebenswichtige Organtransporte unersetzlich, ist nicht stichhaltig. Bei Organtransporten handelt es sich um multimodale logistische Leistungen, für die nachrangige Flugplätze wie der Mannheimer allenfalls von untergeordneter Bedeutung sind.“

Die Klimaliste Mannheim ist der Ansicht, dass die Schließung des Mannheimer Flugplatzes zahlreiche positive Effekte für alle Bürger:innen Mannheims und der Region mit sich bringen wird. Eine Schließung reduziert Lärm und andere Emissionen sowie Krankheiten und Kosten, die derzeit durch den Flugbetrieb entstehen. Darüber hinaus bietet die Schließung des Flugplatzes die Möglichkeit, eine große Fläche der Allgemeinheit zugänglich zu machen, beispielsweise als Naherholungsgebiet. Dies wird nicht nur die Lebensqualität der Bevölkerung verbessern, sondern kann auch zu einer nachhaltigen Renaturierung von Flächen führen.

Für die Flächen des Mannheimer Flugplatzes sieht die Klimaliste Mannheim vielfältige nachhaltige Nutzungsperspektiven. Sie könnten z.B. für die Entwicklung eines nachhaltigen und umweltfreundlichen Stadtviertels genutzt werden. Alternativ bietet sich die Fläche als Standort für Solarenergie- oder Windkraftanlagen an. Oder wie wäre es mit einem zentralen Verkehrsknotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr mit Park&Ride-Plätzen zur Verbesserung der Mobilität in der Region? Und schließlich könnten die stillgelegten Flächen für nachhaltige Landwirtschaft oder Agroforstwirtschaft genutzt werden, um lokal angebaute Lebensmittel und Biodiversität zu fördern.

Die Klimaliste Mannheim ruft dazu auf, den Fokus auf Klimaschutz und Lebensqualität in Mannheim zu richten und die möglichen alternativen Nutzungen des Flugplatzgeländes sorgfältig abzuwägen. Die Klimaliste hat das Ziel, die zukunftsorientierte Transformation voranzubringen und plant, bei der Gemeinderatswahl 2024 anzutreten. Spitzenkandidat Joachim Lyschik erläutert dazu: „Mannheim hat sich mit dem Klimaschutzaktionsplan ambitionierte Ziele für den Klimaschutz gesteckt. Um die festgelegten Ziele in gebotenem Tempo umzusetzen, braucht es aber deutlich mehr Entschlossenheit und Transparenz.“ Jessica Martin, zweitplatzierte Kandidatin der Klimaliste für die Gemeinderatswahl, fügt hinzu: „Um die im Klimaschutzaktionsplan festgelegten Maßnahmen zu finanzieren, müssen wir klima- und umweltschädliche Subventionen abbauen. Die durchschnittlich halbe Million Euro, mit der die Stadt den Flugplatz jedes Jahr künstlich am Leben erhält, kann so den Menschen in Mannheim und der Region zugutekommen.“

von Lukas Krasnogor und Patrizia Mende




Adbusting: Ungewöhnliche Plakate zum City Airport Mannheim aufgetaucht

Seit gestern Abend sind in der ganzen Stadt Plakate zu sehen, die darüber informieren, dass am City Airport Mannheim private Luxusflüge durch Steuergelder finanziert werden.

Bislang begründete die Stadt die finanzielle Förderung des Flughafens mit dessen wirtschaftlicher Bedeutsamkeit. Der Pressesprecher von Extinction Rebellion Mannheim, Dr. Lucas Lörch, hält dieses Argument für vorgeschoben: „Die Stadt konnte bis jetzt keine Zahlen zur tatsächlichen wirtschaftlichen Bedeutsamkeit des City Airports vorlegen. Das Argument, man müsse den Flughafen erhalten, um Mannheim als Wirtschaftsstandort nicht zu gefährden, wirkt somit wenig überzeugend.“ Umso wichtiger sind Werbekampagnen wie diese, um die Bürgerinnen und Bürger Mannheims darüber zu informieren, dass am City Airport der Luxus einiger Weniger mit Steuergeldern finanziert wird. „Wir wissen nicht, wer diese Plakate aufgehängt hat. Wir sind der Person jedoch sehr dankbar dafür, dass hier endlich Transparenz geschaffen wird“, so Lörch.

Extinction Rebellion Mannheim beteiligt sich am Bündnis Flughafen Mannheim schließen (https://flughafenmaschliessen.de/) das die Stadt Mannheim dazu auffordert, den City Airport Mannheim zu schließen, die Flächen nachhaltig weiter zu nutzen und die grüne Verkehrswende stärker zu fördern.

Extinction Rebellion Mannheim




Farbattacke gegen die Uni Heidelberg – Haftstrafe für Klimaaktivisten

Farbattacke auf das Gebäude der Uni Heidelberg im Oktober 2023 | Bild: Alexander Kästel

Nach einer öffentlichkeitswirksamen Farbattacke gegen die Fassade der Uni Heidelberg ist ein Aktivist der „Letzten Generation“ zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Heidelberg verurteilte den 27 jährigen in einem sogenannten beschleunigten Verfahren. Diese Formen der Verfahren werden angewandt, wenn politischer Druck besteht und die Gerichte für Abschreckung sorgen sollen.

Im Oktober hatten zwei Aktivisten während einer Veranstaltung das Unigebäude in der Heidelberger Altstadt mit einem Feuerlöscher besprüht, der mit orangener Farbe gefüllt war. Die Aktion fand viel Aufmerksamkeit, da sie vor den Augen zahlreicher Studierender sowie der Unirektorin und des Oberbürgermeisters im Rahmen der Erstsemesterbegrüßung stattfand. Die beiden Personen wurden kurzzeitig festgenommen.

Nun verkündete das Amtsgericht sein Urteil gegen Moritz Riedacher, einen der beiden Aktivisten, 6 Monate Haft ohne Bewährung. Die „Letzte Generation“ spricht von einem „skandalösen Gerichtsurteil“. In der Urteilsbegründung soll der vorsitzende Richter sein Unverständnis für den Protest geäußert und dem Aktivisten empfohlen haben, zu anderen Mitteln wie Petitionen zu greifen. Der Staatsanwalt soll sogar ein ganzes Jahr Haft gefordert haben.

Die „Letzte Generation“ dürfte mit der Aktion ihr Ziel erreicht haben: Viel Öffentlichkeit für die Absurdität der herrschenden Verhältnisse. Für Farbe an einer Hauswand kommt man ins Gefängnis, für die Zerstörung der Zukunft der kommenden Generationen bleiben die Verantwortlichen straffrei.

Ein Sprecher der „Letzten Generation“ kommentiert das Urteil folgendermaßen: „Seit 30 Jahren sind alle Petitionen, Demonstrationen, Parteien und Gerichtsurteile darin gescheitert, den deutschen Staat zu ausreichenden Klimaschutzmaßnahmen zu bewegen. Tausende Menschen haben dieses Scheitern mit ihrem Leben bezahlt. Wenn wir es nicht schaffen, die Spirale des Versagens zu durchbrechen, werden Millionen, vielleicht sogar Milliarden Menschen dafür mit ihrem Leben bezahlen. Darum muss jetzt Protest stattfinden, der der Öffentlichkeit die Dramatik der Situation vor Augen führt und sie zum Umdenken bewegt. Genau das hat Moritz Riedacher getan. Statt Moritz übereifrig zu verfolgen, sollte sich der beteiligte Staatsanwalt und Richter überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, endlich die fossilen Verbrecher in den Ölkonzernen und ihre Erfüllungsgehilfen auf der Regierungsbank zur Verantwortung ziehen. Warum sollen die, die unser Gemeinwohl erhalten wollen, eingesperrt werden, während diejenigen, die es zerstören, nie Konsequenzen dafür tragen müssen?

(cki)




Nach Lützerath-Räumung: Blockade am Büro der Mannheimer Grünen

Die Tür zum Grünen Büro ist mit dem gelben Holzkreuz blockiert, dem Symbol des Widerstands in Lützerarath | Bild: ILRN

Am späten Nachmittag des 23.01. haben Aktivist*innen der interventionistischen Linken Rhein-Neckar das Parteibüro der Mannheimer Grünen in der Schwetzingervorstadt blockiert. Dazu brachten sie ein gelbes Holzkreuz vor die Eingangstür des Büros in einem Gebäudekomplex am Kaiserring an. Mit der Aktion nahmen die Aktivist*innen Bezug auf die eine Woche zuvor vollendete Räumung des besetzten Weilers Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier. Neben der Anbringung des Holzkreuzes, dass im Zuge der Proteste gegen die Räumung Lützeraths zum Symbol der Protestbewegung avancierte, verschütteten die Aktivist*innen vor der Eingangstür Kohle und brachten Schilder an. Auf diesen war die deutliche Botschaft „Lützerath lebt! Grüner Verrat!“ zu lesen.

„In Lützerath haben die Grünen gezeigt, auf welcher Seite sie stehen – Die Seite der Klimagerechtigkeit ist es nicht“, so Elke Linsmeyer, Sprecherin der interventionistischen Linken Rhein-Neckar, „Nicht nur dreckige Kohle-Deals mit RWE abzuschließen und damit das 1,5-Grad-Ziel endgültig aufzugeben, sondern dieses Geklüngel dann als Regierungspartei auch noch mit exzessiver Polizeigewalt durchzusetzen, dafür bleibt uns nur ein Wort: Verrat.“ In Lützerath, kritisieren die Aktivist*innen, habe sich die grüne Partei endgültig aus der Klimagerechtigkeitsbewegung verabschiedet und kümmere sich nun lieber um die Profite des Energieriesen RWE. „Für uns ist klar: Die Kohle muss im Boden bleiben, RWE muss enteignet und der fossile Kapitalismus abgeschafft werden“, fordert Elke Linsmeyer. Nur so sei eine lebenswerte und gerechte Zukunft für alle möglich.

Auch in anderen Städten fanden bundesweit am selben Tag Aktionen anlässlich der Rolle der Grünen bei der Lützerath-Räumung statt. So wurden unter anderem in Göttingen, Leipzig und Darmstadt die Geschäftsstellen der Grünen mit Bauzäunen blockiert. Bereits am Samstag fand in Mannheim unter dem Motto „Lützerath bleibt in Erinerrung“ eine Demonstration gegen die Räumung des Braunkohle-Dorfes statt.

Interventionistische Linke Rhein-Neckar




Widerstand ist mehr als Theater: „Lützi bleibt“-Aktion in Heidelberg

Während die Klimakrise wütet, die am meisten davon Betroffenen Menschen nicht auf der COP27 Gehör finden und der Kohlebagger in Lützerath immer näher kommt, lassen sich Heidelberger:innen vom Theaterstück „Das Licht der Welt“ unterhalten. Das wollen wir so nicht unkommentiert lassen und machen direkt nach dem Theaterstück mit einem Banner direkt vor den Türen des Theaters klar: „Widerstand ist mehr als nur Theater!“ Die von der Klimakrise am meisten betroffenen Menschen und Regionen (MAPA) leisten seit Jahrhunderten Widerstand gegen koloniale und neokoloniale Ausbeutung und Extraktivismus. Bei der COP27 werden ihre Forderungen nach konsequenter Klimagerechtigkeit ignoriert, währenddessen inszenieren sich heuchlerische Vertreter:innen des globalen Nordens als Klimaschutzvorreiter:innen.

Juan Pablo Gutierrez, ein indigener Aktivist der Yukpa, hält dazu auf Twitter fest „I will believe in events such as the COP27 when the official Photo shows the Indigenous Peoples, current holders of 80% of the worlds remaining biodiversity in the world, and not those responsible for the crisis in which we`re today.“

Die neokoloniale Praxis muss ein Ende haben! Deutschland und alle Nationen des Globalen Norden müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und konkret klimagerechte Politik umsetzen! In Deutschland bedeutet das beispielsweise, direkt aus den fossilen Energien auszusteigen, Reparationszahlungen zu leisten und im Rheinland das Dorf Lützerath vor der Zerstörung durch RWE zu bewahren! An diesem Ort wird seit Jahren alltäglich Widerstand gelebt. Ob in besetzen Häusern, Zelten oder hoch oben in den Wipfeln der Bäume. Die Menschen vor Ort sind bereit, sich der kapitalistischen Zerstörung RWEs in den Weg zustellen.

Sabine (18) eine Aktivist:in der autonomen Gruppe betont: „Ich werde nicht zulassen, dass Lützerath für Profitinteressen dem Erdboden gleichgemacht wird! Auch wenn das Theaterstück „Das Licht der Welt“ wichtige Einblicke in eine Besetzung liefert, darf diese Inszenierung nicht nur Inszenierung bleiben. Öffnen wir unsere Ohren, wenn MAPA ihr Stimme erheben, schauen wir nicht weg wenn Krisen und Konflikte gegenseitig ausgespielt werden, packen wir mit an wenn im Rheinland die Dörfer verteidigt werden und leisten wir dort Widerstand, wo Profite über Mensch und Natur gestellt werden!“

Der Tag X, an dem die staatlichen Repressionsorgane die Interessen des Konzerns RWE versuchen werden durchzusetzen, wird kommen. Sie werden mit schwerem Gerät, unzähligen Hundertschaften kommen und Unmengen an Geld in die Hand nehmen, um die Klima- und Umweltzerstörung durchzusetzen. Doch wir werden auch da sein! Wir werden vorbereitet, organisiert und willensstark Widerstand leisten. Ob in der Küche für alle, im Gesa Support oder in Aktion. Jede:r kann einen Beitrag dazu leisten, sodass Widerstand mehr bleibt als Theater! Wir werden diesen Ort verteidigen, denn Lützerath bleibt!

Autonome Gruppe „Lützi bleibt“




Fahrraddemo gegen das „Greenwashing“ der MVV

Am Mittwoch, 01.06.2022 fand eine Fahrraddemo der Mannheimer Klimagruppen Fridays for Future, Mannheim kohlefrei, Mannheim Zero, Parents for Future, Scientists for Future und Extinction Rebellion statt. Anlass für die Demonstration sind auf das Fehlen einer Reduktion der Emissionen gemäß den Klimaabkommen und das Greenwashing der MVV hinzuweisen und den Ausstieg aus den fossilen Energien zu fordern.

„Wir können es drehen und wenden: die MVV ist ein Unternehmen der Verbrennung. Nimmt man ihm die Kohle, dann wird eben Gas, Müll und Holz verbrannt. Das hat mit der Bereitstellung nachhaltiger Wärme nichts zu tun und ist entgegen der eigenen Propaganda schlichtweg nicht klimaneutral“, so Etienne Reiter (Fridays for Future) in der Rede vor dem MVV-Hochhaus am Luisenring Mannheim zu den Fahrraddemonstranten.

Die Aktivist*innen kritisieren den Bau des neuen Gaskessels sowie Müll-und Altholzverbrennung, da sie diese Möglichkeiten der Energiegewinnung, im Gegensatz zur MVV, nicht als klimaneutral bewerten. Sie fordern von der MVV einen transparenten Plan zu Klimaneutralität unter Einbezug des Mannheimer Treibhausgasrestbudgets.

In ihrer Rede kritisieren die Klimagruppen außerdem das Vorgehen der Stadt Mannheim bei der Erstellung des Klimaschutzaktionsplanes. Der Aktivist Arnulf Quentin von Mannheim kohlefrei kritisiert: „Mal abgesehen davon, dass es die Stadt anscheinend nicht besonders eilig hat, wenn man den nachfolgenden Plan erst 1 ½ Jahre nach Beginn des Jahrzehnts startet, so ist es umso ärgerlicher, wenn dieser Plan statt zu Ende 2021 nun erst Mitte 2022 erstellt sein soll. Irritierend ist außerdem, dass die Erstellung des Plans nun seit Monaten hinter verschlossenen Türen des Wuppertal Instituts und der Stadt Mannheim geschieht. Außer einer Sitzung, die nach unserem Protest im Januar stattfand, gibt es seither keine Beteiligung mehr.“

Die Klimagruppen fordern zügiges Handeln der Stadt Mannheim sowie des Energiekonzerns MVV AG, da eine sofortige Verkehrs- und eine Wärmewende für die Einhaltung der 1,5 Grad Grenze des Pariser Klimaabkommens unabdingbar sind.

(Fridays for Future Mannheim)