Demonstration mit 4.000 Teilnehmern in Mannheim: Stoppt die Angriffe auf Rojava!

In Mannheim fand am 20. Januar sehr kurzfristig eine Demonstration von geschätzt 4.000 Menschen statt. Die Polizeiangaben von 1.500 Teilnehmern scheint weit untertrieben zu sein. Die Demonstration führte vom Paradeplatz durch die Planken zum Plankenkopf gegenüber des Wasserturms. Die Veranstalter sind aus dem Umfeld des Mesopotamischen Kulturzentrum Mannheim. Offensichtlich wurde durch Mund-zu-Mund Propaganda und Social Media ein großer Kreis der kurdischen Community in der Region erreicht. Obwohl die Stimmung sehr erregt war, konnten die Veranstalter einen friedlichen und störungsfreien Ablauf gewährleisten. Als am Ende der Veranstaltung von kurdischen Antifas einige Leuchtraketen gezündet worden sind, haben die Veranstalter erfolgreich dazu aufgerufen damit aufzuhören. Der Einsatzleiter der Polizei hat dies gegenüber den Veranstaltern ausdrücklich bestätigt. Eigentlich eine Reminiszenz am Rande. Schade, dass die örtliche und überregionale Presse diesen Umstand trotzdem als Schlagzeile in den Vordergrund erhoben haben.

Der Widerstand der kurdischen Community wird immer wieder mit dem Vorwurf der „PKK-Nähe“ konfrontiert und wird deshalb immer wieder kriminalisiert. Es passt daher nur zu gut, wenn die Mannheimer Polizeibehörde von den Ordnern der Demonstration die Vorlage des Personalausweises verlangen und fotografieren. Letztlich haben die Ordner dies getan, um die Durchführung der Demonstration nicht zu gefährden. Aus Erfahrung weiß man, wo die gesammelten Daten landen: Beim Verfassungsschutz und bei anderen Inlandsbehörden. Daran kann auch z.B. der Antrag auf eine deutsche Staatsbürgerschaft scheitern. Die Daten landen erfahrungsgemäß aber auch beim türkischen Geheimdienst. Das macht dann eine Einreise in die Türkei zu einer lebensgefährlichen Unternehmung.

In Syrien, in der Türkei, ja weltweit finden gegenwärtig Protestaktionen der kurdischen Community gegen die Militäroperationen der syrischen Interimsregierung unter Führung von al-Scharaa statt. Das Ziel ist ganz klar: Die demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch  Rojava genannt, soll eliminiert werden. Dafür stehen die Gleichheit der Geschlechter, Ethnien und Religionsgemeinschaften. Diese zivilisatorischen Errungenschaften sind einmalig gerade auch in der Nahost-Region. Interimspräsident Al-Scharaa, der der islamistischen Al-Kaida entstammt, handelt mit politischer, finanzieller und militärischer Unterstützung der Türkei. Die USA und Europa lassen ihn gewähren. Bundeskanzler Merz hat ihn zu einem Staatsbesuch nach Berlin eingeladen.

Es gibt also viele gute Gründe den kurdischen Widerstand zu unterstützen.

Die nächste Möglichkeit in Mannheim bietet sich hier am Samstag, 24. Januar. (siehe Plakat)

(scr)


Wir dokumentieren eine Rede, die ein Kurdischer Aktivist bei der Demonstration am 20. Januar in Mannheim gehalten hat (KIM):

Rojava wird genau in diesem Augenblick von den HTS-Milizen unter der Führung des Islamisten al-Scharaa, des syrischen Machthabers, angegriffen. Dabei werden wahllos Zivilistinnen ermordet und gefoltert.
Vor 13 Jahren hat Rojava die Welt gegen den barbarischen „Islamischen Staat“ verteidigt – mit Mut, mit enormen Opfern und im Namen der gesamten Menschheit. Über 13.000 junge Frauen und Männer haben dabei ihr Leben verloren.
Deutschland, und die NATO unterstützen das Morden mit ihrem Schweigen und das ist ein grausamer Verrat an unseren Werten: Friedrich Merz möchte den Ex-Al-Keita- und AL-Nusra-Kommandanten al-Scharaa nach Berlin einladen.
Zahlreiche IS-Kämpfer sind nach den Angriffen aus den Gefängnissen entkommen und stellen erneut eine große Gefahr dar – auch für Deutschland.
Rojava steht für Freiheit, für Gleichberechtigung, für das friedliche Zusammenleben von Kurden, Arabern, Assyrern, Christen, Jesiden und Muslimen.
In Rojava stehen Frauen und Männer gleichberechtigt nebeneinander.
Die demokratische Selbstverwaltung Rojavas ist das Gegenteil von IS, HTS und Dschihad.
Genau deshalb ist Rojava ein Dorn im Auge – und genau deshalb wird Rojava von HTS-Islamisten und dem türkischen Staat angegriffen.
Rojava zu verteidigen – bedeutet die Menschheit verteidigen.
Stoppt die Angriffe auf ROJAVA!
Lang lebe die Menschlichkeit!