Ostermarsch: Beeindruckendes Statement „Für das Völkerrecht…“ [mit Bildern und Video]

Rückblick auf den Ostermarsch in Mannheim 

In über 70 Städten in Deutschland fanden am Ostersamstag im Rahmen des diesjährigen Ostermarsches Demonstrationen und Kundgebungen statt. Auch in Mannheim riefen das Friedensbündnis und ein Ostermarschbündnis gemeinsam zu einer Demonstration und Kundgebung auf. Die Veranstalter zählten ca. 800 Menschen, die sich am Ostermarsch beteiligten. Da ist die höchste Zahl von Menschen, die in den letzten Jahren zu einem Ostermarsch zusammengekommen sind. 

Videobeitrag bei YouTube: https://youtu.be/MILzJHVgUHU 

 

Die Stimmung, auch auf Grund der regen Beteiligung, war ziemlich gut. Die Demonstration gab mit vielen Transparenten ein buntes Bild ab. Die Teilnehmer erstreckten sich von linken Gruppen wie ISK, Offenes Treffen gegen Militarisierung und Krieg, SDAJ, ISO über die Partei Die Linke bis zu einzelnen SPD`lern. Deutlich sichtbar die Naturfreunde Mannheim. Ebenso eine Reihe von Gewerkschaftsfahnen, die Falken, die Nahost-Gruppe, eine Gruppe von Pax Christi, Solawi-Aktivisten, Kulturschaffende und VVN. 

Die Gruppe vom Mannheimer Trommelpalast sorgte für gute Stimmung

 

Los ging der Ostermarsch diesmal am Paradeplatz. Es gab eine Begrüßung durch Klaus Waiditschka, auf eine Auftaktkundgebung wurde verzichtet. Reden und kulturelle Beiträge wurden erst bei der Abschlusskundgebung auf dem Alten Messplatz gehalten. Die Demonstration wurde begleitetet von dem Chor Trotz alledem und von der Rhythmusgruppe des Mannheimer Trommelpalastes, die stimmungsvoll die Blicke der vielen Passanten auf den Ostermarsch lenkten.

Der Aufruf und die Slogans des Ostermarsches haben offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Vom Lautsprecherwagen wurden immer wieder kleinere Infos gegeben: „Die Welt brennt“. Von Iran, Ukraine, Venezuela, Palästina, Gaza, Westjordanland bis nach Syrien, Rojava, Iran, Sudan… – die Aufzählung will nicht enden“. Präsident Putin führt einen Angriffskrieg. Präsident Trump führt mehrere Angriffskriege und erklärt: „Ich brauche kein Völkerrecht“.Feige und unfähig, zur Lösung auch nur eines Konflikts beizutragen, sinniert Bundeskanzler Friedrich Merz über „Komplexität“. Stur wird der Irrsinn vorangetrieben. Kriegstüchtigkeit sei alternativlos. Europa müsse sich vor einem russischen Einmarsch schützen. Der Ostermarsch hielt dem entgegen: Frieden durch Völkerrecht! Nein zur Wehrpflicht – Nein zur Militarisierung und Aufrüstung – Nein zu Mittelstreckenwaffen!

Deutschland selbst gerate immer mehr in den Fokus für bestehende und kommende Kriege. Die Nato-Zentrale und die US-Air-Base in Ramstein, ebenso die US-Atomraketen in Büchel befinden sich nicht weit von Mannheimer, könnten immer zu einem Angriffsziel werden. Die diplomatische Lösung von Konflikten und die gegenseitige Respektierung unterschiedlicher Sicherheitsinteressen sei alternativlos.

Die internationale Solidarität aller Menschen weltweit müsse die Achtung des Völkerrechts und den Frieden durchsetzen.

Die Rednerinnen und Redner

Bei der Kundgebung sprach als erstes Max Heßlein von der Evangelischen Kirche in Mannheim. Als Wirtschafts- und Sozialpfarrer verbindet er Fragen von Arbeit und Gerechtigkeit mit dem Einsatz für Frieden und internationale Verständigung.

Ihm folgte Felix Leonhardt. Er ist Mitglied des Bundesvorstands der Falken und wohnt in Heidelberg. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stehen die Auswirkungen der gegenwärtigen Politik auf Jugend und im speziellen Wehrpflicht.

Als nächstes Sibylle Brosius aus Limburgerhof. Sie ist aktiv bei Naturwissenschaftler für Frieden und Zukunftsfähigkeit sowie bei den Scientists for Future, außerdem noch als Gemeinderätin im Ort. Aus dieser Perspektive hinterfragte sie die jetzt propagierte Aufrüstung. Sie sprach für das Friedensbündnis Mannheim.

Danach Kerim Kurt vom Mesopotamischen Kulturverein Mannheim. Er blickte aus migrantischer und kurdischer Sicht auf die Kriege und Konflikte dieser Welt und die Friedensbewegung.

Hauptredner war Reiner Braun, langjähriger Aktivist der Friedensbewegung und ehemaliger Co-Präsident des Internationalen Friedensbüros. Seit Jahrzehnten engagiert er sich gegen Krieg, Aufrüstung und Atomwaffen.

Die Reden sind am Ende des Artikels dokumentiert.

Musikalische Beiträge

Die drei musikalischen Beiträge wussten sehr zu gefallen und waren für das Publikum etwas Neues.

Rana ist ein junge Musikerin und Songwriterin aus Mannheim. Sie ist in vielen Genres beheimatet. Mit ihrer Gitarre spielte sie auf Englisch und Deutsch Lieder für den Frieden.

Mishkaat, die in verschiedenen Sprachen vor allem auf Arabisch und Englisch singt, machte mit ihren a capella vorgetragenen Liedern auf das Leid in Palästina aufmerksam.

Am Schluss spielte Akin Demircioglu. Er ist Musiklehrer und Leiter von Rapsodi, einer Schule für orientalische Musik, Kunst und Kultur. Mit seinen Instrumenten Gitarre Saz und Baglam begleitete er bekannte Friedenslieder, wie das auf Türkisch vorgetragene Einheitsfrontlied.

Text: Roland Schuster | Bilder: Enver Enli und Helmut Roos | Video: HB 


Bildergalerie 


Rede von Maximilian Heßlein

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Schwestern und Brüder,

es ist Karsamstag, Ostermarschzeit, Friedenszeit. Wenn ich die letzten Jahre so beschaue, dann ist es in jedem Jahr, das wir zusammenkommen, drängender und nötiger geworden, für den Frieden einzutreten, weil sich die Kriege und Konflikte, das Töten und Morden, die Gewalt der einen über die anderen immer weiter ausbreiten und normal werden.

Deswegen ist es so nötig, dass wir kommen, dass wir uns nicht schrecken lassen, sondern mutig und klar sind und widerständig und dass wir sagen: Wir lassen nicht locker. Wir stehen für den Frieden. Wir stehen für das Leben der Menschen und gelebte Solidarität, wir stehen mit all unserer Kraft gegen die Normalisierung des Tötens und die unbeschränkte Machtausübung in dieser Welt.

Nun kann ja niemand sagen, dass dieses Töten in der Welt jemals nicht normal gewesen wäre. Die mächtigen Starken haben sich auch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg schon immer das Recht herausgenommen, darüber zu entscheiden, wo Kriege gut sind und wo wir uns darüber zu empören haben. Ich erinnere dabei an Vietnam, an Afghanistan oder an den Kosovo. Ich erinnere an Irak und die Ukraine, immer wieder an Palästina und Israel. Ich erinnere jetzt an den Iran. Ich könnte noch so viele mehr nennen, wo das Völkerrecht nach den Interessen der Groß- und Regionalmächte ausgelegt oder einfach beiseitegeschoben wurde.

Aber was wir in den letzten Jahren erleben, ist noch einmal eine neue Dimension der Menschenverachtung und der Lüge. Die aber weicht zusehends einer eigenen Klarheit, die da heißt: Wir nehmen uns, was wir wollen. Wir setzen es mit Waffengewalt durch und wir sagen es auch. Der Verbrecher und Präsidentendarsteller im Weißen Haus in Washington und sein Bruder im Geist in Moskau nehmen mit ihrer jeweiligen Kamarilla ja kein Blatt mehr vor den Mund. Es zählt das Recht des Stärkeren und die Gewalt der Waffen. „Völkerrecht?“, sagen diese Leute. „Was ist das? Das interessiert uns nicht.“ Flankiert wird das von willfährigen Verbündeten wie der jetzigen Bundesregierung, die lange überlegen muss, was denn nun ein Völkerrechtsbruch ist und die sich letztlich feige aus der Verantwortung stiehlt.

Ein Recht aber ist nur so gut, wie wir es achten und hochhalten und wie wir vor diesem Gesetz alle gleich sind. Ganz egal, ob wir 20 Milliarden auf dem Konto haben oder vielleicht nur 2 Euro.

Wir aber wissen von diesem Recht und halten es hoch. Wir wollen das friedliche Zusammenleben und nicht den losgetretenen Krieg.

Ich habe neulich einen besonderen Satz gelesen. Er stammt von dem alten italienischen Philosophen und Kommunisten Antonio Gramsci. Er heißt in seiner populären Fassung: „Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster.“ Was für ein Satz, nicht wahr? Ursprünglich aus dem Jahr 1930, in dem Gramsci im Gefängnis der italienischen Faschisten eingekerkert war, ist er heute erschreckend aktuell. Autoritärer Nationalismus, immer weiter zunehmender Druck auf die ausgebeuteten Klassen und die Normalisierung kriegerischer Gewalt gehen Hand in Hand und gestalten gerade eine Welt, die keine Regeln und kein Recht mehr kennt, die das Leben kleinhält oder es vollkommen willkürlich zerstört. Diese Monster fördern den Kampf aller gegen alle, wie er in unserem politischen und wirtschaftlichen System eh schon angelegt ist, in ein neues Extrem hinein.

Was aber können wir gegen diese Monster tun? Was können wir tun, dass wir nicht den Monstern die Gestaltung der Welt überlassen, sondern die Welt zu einem friedlichen und freundlichen Ort bringen? Was können wir tun, dass alle Menschen in dieser Welt frei, gleich und solidarisch miteinander leben und sich so auch als Menschen achten?

Manche behaupten, wir können es nur damit tun, dass wir uns für den Krieg wappnen, dass wir aufrüsten und die jungen Leute in unserer Gesellschaft, die eh die Lasten einer seit Jahrzehnten verfehlten Politik tragen, dass wir diese jungen Leute der Bundeswehr neu ausliefern. Manche behaupten, wir müssten für den Krieg bereit sein.

Das aber tut so, als ob der Krieg und sein Beginn ein unausweichlicher Fakt, ein Schicksal oder bestenfalls ein Zufall wäre. Das tut so, als ob Krieg einfach so geschieht.

Es ist genau diese Verführungskunst der Monster, die uns sagt, wir hätten keine andere Wahl. Ich aber sage: Wir haben immer eine Wahl. Wir haben immer die Möglichkeit zu fragen: Wem nützt denn diese Idee von der Aufrüstung? Wer hat ein Interesse am Krieg und, ja, wer verdient daran?

Zur Antwort reicht ein Blick auf die explodierenden Aktienkurse von Rheinmetall.

Das heißt aber auch: Krieg bricht nicht einfach aus, sondern Krieg wird gemacht. Krieg ist das Werk von Menschen gegen Menschen. Er ist das Werk derjenigen, die nicht hingehen müssen, die aber davon in einem Höchstmaß profitieren. Und dieses Werk muss gestoppt werden, bevor es beginnt. Wo nämlich Krieg ein Menschenwerk ist, da ist auch Frieden ein Menschenwerk.

Deswegen, liebe Freundinnen und Freunde, bauen wir am Frieden, einem Frieden, der im ganz Kleinen beginnt und zu einer großen Blüte wächst.

Ich mache diesen Friedensbau konkret und sage: Mit Krieg lässt sich dann kein Geld mehr verdienen; denn wir bauen endlich mehr bezahlbare Wohnungen statt Panzer. Wir bauen Schwimmbäder statt Raketen, Sonnen- und Windkraftanlagen statt Munition und einen funktionierenden Verkehr statt einer neuen Drohnenarmee. Wir sorgen für Arbeit, von deren Erträgen ich auch im Alter noch gut leben kann. Wir schaffen Regeln, die wirklich für alle Menschen gleich sind. Niemand wird von oben in den Dreck getreten. Wir schützen die Ausgebeuteten und die Schwachen und setzen sie ins Recht. Wir schaffen echte Demokratie in dieser Welt, die über die Parlamente hinausreicht, auch in den Betrieben und in den Wohnquartieren. Kurzum: Wir schaffen eine freie, gleiche, solidarisch-geschwisterliche Welt, in der nicht jede gegen jeden kämpft, sondern allein das Leben und die gute Zukunft zählen.

Wir brauchen eine neue Welt ohne Monster. Also müssen wir diese neue Welt bauen. Sonst kommt sie nicht.

Natürlich finde ich als Pfarrer da auch Anklänge an das morgige Osterfest. Ich weiß nicht, was und wie viel ihr vom christlichen Glauben haltet. Aber ich halte für mich fest: Mit Ostern feiern wir die Auferstehung und den Beginn einer neuen Welt des Lebens. Diese neue Welt kennt keine Gewalt nicht im Großen, nicht im Kleinen. Sie kennt allein das Miteinander und die Solidarität.

An dieser Welt möchte ich mit Euch allen und mit denen, die uns heute bei den verschiedenen Friedenskundgebungen verbunden sind, arbeiten.

Alles Träumerei? Ja, natürlich Träumerei. Aber wenn wir nicht träumen von einer anderen und besseren Welt und wenn wir uns nicht nach ihr ausstrecken und uns in allen Dingen um sie bemühen, dann haben wir aufgehört, Menschen zu sein.

Das aber sind wir. Wir sind Menschen. So sind wir gewollt und geschaffen. So leben wir auch. Das lassen wir uns nicht nehmen, sondern geben es weiter, dass wir ein friedliches, gutes, sicheres, freies, gleiches und solidarisches Leben in dieser Welt haben.

Danke, dass Ihr Euch mit auf den Weg macht. Frohe, gesegnete, friedliche Ostern Euch allen.


Rede von Felix Leonhardt

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

erst einmal vielen Dank für die Möglichkeit hier heute sprechen zu können. Wie ihr ja gerade gehört habt, mein Name ist Felix, ich bin Mitglied im Bundesvorstand der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken und arbeite dort vor allem viel im bundesweiten Bündnis rund um die Schulstreiks gegen Wehrpflicht mit.

Das ist notwendig, denn wir sind seit einiger Zeit mit einer Wahrheit konfrontiert, die erstmal ziemlich banal erscheinen mag, in ihrer Konsequenz aber massive Auswirkung auf das Leben der Menschen in diesem Staat hat. Diese Wahrheit ist: Der deutsche Staat macht sich wieder kriegstüchtig und kriegsbereit. Das heißt die eigenen staatlichen (deutschen) Interessen in der Welt sollen in Zukunft nicht nur dadurch vertreten werden, dass sich andere Staaten durch ökonomischen Druck, durch Handelsverträge, oder internationale Abkommen fügig gemacht werden, sondern auch explizit militärisch, durch Heranziehung der Bundeswehr.

Jetzt glaube ich, dass ich in dieser Runde euch allen nichts neues erzähle, wenn ich sage, dass „Kriegstüchtigkeit“ in sich nichts Gutes ist, wenn ich aber so gängige deutsche Nachrichtenportale öffne scheint es mir dann doch so, dass diese Haltung inzwischen gar nicht mehr selbstverständlich ist, deshalb lasst mich kurz begründen warum Kriegstüchtigkeit nichts Gutes ist, sondern viele schlechte Seiten hat.

Die erste und banalste Wahrheit über Kriege ist die relevanteste: Im Krieg wird getötet und gestorben.

Allein diese Tatsache könnte ausreichen für eine Gegnerschaft zu Krieg und Militarisierung. Denn als sozialistische Jugend wollen wir etwas von dieser Welt: Wir wollen eine bessere Welt für alle Menschen schaffen, gleich welcher Nationalität. Und dafür brauchen wir das Können, die Kreativität und das Wissen aller Menschen unserer Klasse. Jeder Krieg in dem sich Leute gegenüberstehen, die innerhalb ihrer jeweiligen Nation eigentlich eine Herrschaft über sich haben mit der sie viel weniger gemein haben als mit den Menschen im Schützengraben gegenüber nimmt uns potentielle Genoss*innen im Kampf für eine bessere Gesellschaft.

Das bringt uns zu der Frage wofür da eigentlich getötet und gestorben werden soll:

Im Krieg geht es nicht um die Verteidigung von Familie, Freunden, dem eigenen Leben, der Heimat oder eigenen Idealen. Im Krieg geht es um die Frage der Durchsetzung der Herrschaftsansprüche kapitalistischer Nationalstaaten gegeneinander. Und dafür werden Soldat*innen verheizt, Zivilist*innen getötet, Infrastruktur zerstört und Landschaften zerbombt. Der einzelne Mensch tritt nicht mehr als Individuum, sondern nur noch als Material in den Kriegskalkulationen seines jeweiligen Staates auf. Der Widerspruch zwischen Staat und Bevölkerung tritt so deutlich zutage wie selten: Die eine Seite will überleben, die andere Seite das Leben der eigenen Bevölkerung zur Verteidigung staatlicher Herrschaftsansprüche einsetzen.

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, ich wills nochmal ganz explizit machen: Dafür sollte man sich nicht hergeben, dafür will ich mich nicht hergeben weder physisch noch ideologisch.

Und ich bin verdammt froh, dass ich damit nicht alleine dastehe, sondern, dass mit den wachsenden Kriegsvorbereitungen dieses Staates auch eine zunehmende Zahl an jungen Menschen erkennt was da heißt: Seit letztem Dezember sind wir im Rahmen der Schulstreiks gegen Wehrpflicht auf der Straße, weil dieser Staat junge Menschen nochmal besonders heranziehen will. Mit dem Beschluss des Wehrpflichtmodernisierungsgesetzes ist der erste Schritt hin zur Wiedereinführung der Wehrpflicht gemacht. Auch wenn uns das bisher als Freiwilligkeit verkauft wird ist klar, dass es dabei nicht bleiben wird. Wenn sich nicht genug junge Menschen freiwillig für den Dienst an der Waffe melden (und ich hoffe wirklich das tun nicht genug), so hat es der Verteidigungsminister angekündigt, dann steht die Pflicht an. In den letzten Tagen kam außerdem nochmal die Nachricht obendrauf, dass alle Auslandsaufenthalte von mehr als 3 Monaten von Männern bis 45 Jahre jetzt bei der Bundeswehr angemeldet und genehmigt werden müssen. Was ist das eigentlich für eine dystopische Scheißgesellschaft in dem ich mir meine Lebensplanung vom deutschen Militär genehmigen lassen muss?

Auch abseits davon schreitet die Militarisierung voran: Wenn an Unis Zivilklauseln gekippt werden sollen und Jugendoffiziere immer häufiger in Schulen unterwegs sind, dann wird klar, dass die Bildungsinstitutionen dieses Staates eben auch nicht neutral sind, sondern eine gesellschaftliche Funktion erfüllen. Und die lautet bei Kriegskurs eben das menschliche und technische Material für diesen Kurs zu liefern.

Dagegen organisieren wir uns: Gegen die Wehrpflicht, gegen die Einschränkung unserer Leben und die Normalisierung der Bundeswehr – als Friedensbewegung und im Rahmen der Schulstreiks gegen Wehrpflicht. Wir führen den gleichen Kampf, unabhängig von Generationen. Ich bin froh heute hier mit so vielen Menschen zu stehen, die bereits seit Jahrzehnten gegen den Krieg aktiv sind. Und ich bin froh, dass sich zusätzlich dazu in der jungen Generation eine antimilitaristische Jugendbewegung formt: Denn wenn Schüler*innen streiken um gegen die eigene Nutzbarmachung für die deutsche Armee zu protestieren, dann ist das nicht nur urvernünftig, sondern auch eine konsequente Fortsetzung der Friedensbewegung. In diesem Sinne rufe ich euch auf: Am 8. Mai sind die nächsten bundesweiten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht, ich freue mich drauf euch alle auch da auf der Straße zu sehen, denn wir brauchen all eure Klugheit, all eure Begeisterung, all eure Kraft!

Freundschaft!


Rede von Dr. Sibylle Brosius

Hallo zusammen!

Herzlichen Dank für die Möglichkeit, hier reden zu dürfen. Ich bin Sibylle Brosius vom Friedensbündnis Mannheim.

An dieser Stelle möchte ich zuerst die Frage stellen: Weshalb eigentlich diese gigantische Aufrüstung, die Wehrpflicht, die Militarisierung von Bildung, Forschung und Lehre, des Gesundheitswesens? Gegen die imperialistische Bedrohung durch Russland, wird dann ohne eine weitere Begründung gesagt, vielleicht noch, dass Putin abgrundtief böse ist und man nicht mit ihm reden kann. Außerdem sind wir sind im Zeitdruck wegen dem bösen Feind, der vielleicht schon diesen Sommer angreift. Oder wir sind bereits nicht mehr im Frieden, nach der Aussage von Bundeskanzler Merz. Keine Darlegung von Fakten, kein öffentlicher Diskurs. So wird Demokratie ausgehebelt, indem Angst geschürt wird.

Aber man darf sich einfach nicht bange machen lassen. Es lohnt sich sehr, sich jetzt seines eigenen Verstandes zu bedienen. Wenn man nachforscht, erhält man in der öffentlichen Presse viele Antworten – von: die Russen stehen 2029 in Berlin bis die russische Wirtschaft bricht in ein paar Monaten zusammen. Der US-Geheimdienst ist hingegen der Meinung, dass Russland militärisch überhaupt nicht die EU angreifen wird. Scheint alles also nicht wirklich klar zu sein.

Dann fragen wir doch mal die weisen Wirtschaftswissenschaften. Ihre Antwort: Das Bruttoinlandsprodukt von Russland 2024 war ungefähr so groß wie das von Italien. Und wenn wir die Kaufkraftunterschiede einrechnen, dann wäre es in der Größenordnung von Deutschland – reicht irgendwie auch noch nicht für die Eroberung Europas. Übrigens wissen die Wirtschaftswissenschaften auch noch, dass eine Aufrüstung kein echtes Wirtschaftswachstum schafft, hingegen aber jeder in Bildung und nachhaltiges Wirtschaften investierte Euro.

Das nächste Argument: Man muss doch die militärischen Kräfteverhältnisse betrachten. Aber auch dann kommt man zum Ergebnis, das in allen großen konventionellen Waffengattungen die Nato auch ohne USA Russland überall überlegen oder zumindest gleichwertig ist, inklusive der Truppenstärke. Nach Clausewitz ist aber die dreifache militärische Stärke für einen erfolgreichen militärischen Einmarsch nötig. Und nicht vergessen: die EU hat ca. dreimal so viele Einwohner wie Russland.

Nächster Einwand: Wir müssen bedenken, dass die Nato aus vielen Nationen besteht, die sich politisch und in der Ausstattung nicht einig sind. Aber dann macht es erst recht keinen Sinn, dass alle jetzt noch mehr Flugzeuge und Panzer kaufen, sondern man muss das ganze politisch – organisatorisch lösen. Ihr seht, es gäbe erst einmal viel Erklärungsbedarf und Diskussion, was überhaupt sinnvoll ist. Und die Situation in der Nato hat sich seit dem Amtsantritt von Trump grundlegend gewandelt. Hat man überhaupt noch Sicherheit hier mit US-Waffen? Und, liebe Regierung: Sind Air Base Ramstein und die anderen US-Basen am Ende nicht Schutz, sondern Bedrohung?

Waffen sind die Antwort der fossilen Industrie auf jede Bedrohung. Zur Verteidigung ihres alten Geschäftsmodells sind sie auch zum Krieg bereit, wie man jetzt wieder im mittleren Osten sieht.

Ganz klar wird dort wieder, mit welcher Hybris und Rücksichtslosigkeit dann Staatenlenker wie Netanyahu und Trump Krieg und Zerstörung bringen. Das passiert, wenn solche Leute auf gut gefüllten Waffenlagern sitzen und glauben, eine auf Krieg zugerichtete Bevölkerung hinter sich zu haben.

Wollen wir wirklich dahin?

Wir haben die Zeit zur Analyse und gegebenenfalls wirklich zielführenden Aktionen. Mit dem künstlich erzeugten Zeitdruck soll nur die demokratische Mitsprache unterbunden werden.

Skandalös finde ich die Rolle, die der Jugend von Regierungsseite zugedacht ist. Sie soll alles bezahlen, als Kanonenfutter, mit der Abzahlung gigantischer Schulden, mit einer zerstörten Umwelt.

Wir müssen die Eskalation jetzt beenden, weltweit. Und hier anfangen, indem die Stationierung der US-Mittelstreckenwaffen verweigert wird. Für das Völkerrecht muss Geltung eingefordert werden, immer und überall. Wir hier wissen, es gibt bessere Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit, man muss sie nur finden wollen.

Dem machtvoll vertretenen MAGA der Trump – Regierung antwortet die Merz-Regierung bislang nur mit einem hirnlosen, hilflosen GAGA (German Army great again). Das ging doch schon zweimal schief! Man kann es besser.

Wir wollen MEGA: Make Education great again, Make Environment great again, Make EXISTENCE great again! Wir wollen Kultur, Bildung, Gesundheit, gescheite Wohnungen, Arbeit von der und mit der man leben kann, ein Alter in Würde. Und: Wir wollen unseren Kindern und Enkeln eine intakte Welt hinterlassen, in der auch sie leben können.


Rede von Kerim Kurt

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostermarsches,

ich spreche heute zu euch als Vertreter des mesopotamischen bzw. kurdischen Kulturzentrums Mannheim. Und ich spreche zu euch über ein Thema, das uns alle verbindet: Frieden.

Der Ostermarsch steht traditionell für die Ablehnung von Krieg, Aufrüstung und Gewalt. Doch Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden bedeutet Gerechtigkeit. Frieden bedeutet Freiheit. Frieden bedeutet, dass Menschen selbst über ihr Leben bestimmen können. Genau dafür kämpfen viele Menschen in unserer Region – in der Türkei, in Syrien, in Rojava, im Iran und darüber hinaus.

Wir als kurdische Bewegung stehen für eine Idee: Eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von Ethnie, Religion oder Geschlecht gleichberechtigt zusammenleben können. Eine Gesellschaft, die auf Demokratie, Selbstverwaltung und sozialer Gerechtigkeit basiert.

Diese Idee ist kein theoretisches Konzept. Sie wird gelebt – unter schwierigsten Bedingungen. Doch genau diese Idee wird auch bekämpft. In der Türkei erleben wir seit Jahren Repression, politische Verfolgung und die Kriminalisierung demokratischer Stimmen. In Nord- und Ostsyrien – in Rojava – sehen wir, wie eine Region, die versucht, einen anderen Weg zu gehen, immer wieder militärisch unter Druck gesetzt wird.

Und wir sehen auch: Die internationale Gemeinschaft – auch Europa und Deutschland – bleibt oft still, wenn es um diese Angriffe geht. Doch wir sagen: Schweigen ist keine Neutralität. Schweigen stärkt diejenigen, die Gewalt ausüben. Wenn wir heute hier beim Ostermarsch stehen, dann dürfen wir nicht nur allgemein über Frieden sprechen. Wir müssen konkret werden.

Was bedeutet Frieden für die Menschen in unserer Region? Es bedeutet, nicht ständig unter der Bedrohung von Angriffen zu leben. Es bedeutet, dass Kinder zur Schule gehen können, ohne Angst vor Bomben zu haben. Es bedeutet, dass Menschen ihre Sprache sprechen dürfen, ohne dafür verfolgt zu werden. Frieden bedeutet Würde. Und Frieden bedeutet auch, dass wir uns gegen alle Formen von Unterdrückung stellen – egal, von wem sie ausgehen.

Denn unser Kampf ist kein nationaler Kampf. Er ist ein universeller Kampf. Ein Kampf für die Überwindung von Herrschaft, die Menschen nach Herkunft, Religion oder Geschlecht trennt. Ein Kampf für eine Welt, in der Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Stärke gesehen wird. Gerade in einer Region, die oft als „Pulverfass“ bezeichnet wird – vom Nahen Osten bis nach Westasien – brauchen wir genau diese Perspektive. Eine Perspektive, die verbindet statt spaltet. Eine Perspektive, die sagt: Menschen in der Türkei, in Syrien, im Irak, im Iran, in Israel und Palästina – sie alle haben ein Recht auf Frieden und ein Leben in Würde.

Und dieser Frieden wird nicht durch Waffen entstehen. Nicht durch militärische Eskalation. Und nicht durch geopolitische Machtspiele. Er entsteht durch Dialog. Durch Gerechtigkeit. Und durch Solidarität. Deshalb ist es wichtig, dass wir heute hier sind. Dass wir unsere Stimmen erheben. Dass wir zeigen: Wir akzeptieren nicht, dass Krieg zur Normalität wird. Wir akzeptieren nicht, dass Menschenrechte selektiv gelten. Und wir akzeptieren nicht, dass diejenigen, die für Demokratie und Selbstbestimmung eintreten, alleine gelassen werden.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen: Für Frieden. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der Menschen frei und gleich leben können. Denn Frieden beginnt nicht irgendwo weit weg. Frieden beginnt hier – mit unserer Haltung, mit unserer Stimme, mit unserer Solidarität.

Vielen Dank.


Rede von Reiner Braun

(Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich um ein Redemanuskript. In seiner größtenteiuls freigehaltenen Rede brachte Reiner Braun auch noch weitere Aspekte zu Sprache. u.a. die Gefahren, die von der US-Air-Base in Ramstein ausgehen.)

Liebe Ostermarschiererinnen und Ostermarschierer,

Haben wir sie nicht angesichts der Dramatik und Konfrontation schon fast vergessen die Vision der Friedensbewegung, für die Jean Jaures – wie vielen andere ermordet, Berta von Suttner immer leidenschaftlich geworben hat, Martin Luther King einen Traum hatte, die Martin Niemöller in hohem Alter als seine Lebensphilosophie bezeichnete:

Die Vision einer Welt ohne Krieg und mit globaler sozialer Gerechtigkeit. Die Vision einer Welt in Frieden, abgerüstet, gerecht und im Einklang mit der Natur. Dies war und ist unser Ziel: auch dafür gehen wir Ostern auf die Straße – überall in der Republik – und gerade jetzt und heute!

Wir geben diese große Vision von fast 150 Jahren moderner Friedensbewegung niemals auf. Sie verbindet uns, sei eint uns, sie gibt uns Hoffnung und Kraft in diesen aktuellen gruseligen Zeiten der wahnwitzigen Hochrüstung und der immer weiter zunehmende Kriegen, ja der dramatischen Gefahr eines großen, alles vernichtenden Krieges!

Ja, wir sind mitten in dramatischen schnelllebigen, radikalen und sich teilweise überstürzenden Veränderungen bestimmt durch Weltordnungskrisen und Kriege: Ukraine, Iran.

Die USA verschossen im Iran in einer Woche Munition für über 11 Milliarden Dollar. 200 Milliarden zusätzlich sollen beantragt werden. Die wahren Kosten zeigen sich erst Jahre später bei jetzt schon 30 Billionen Dollar Verschuldung der USA.

Ist dieser völkerrechtswidrige Krieg nicht schon ein kleiner Weltkrieg, wenn man bedenkt, wer alles direkt oder indirekt beteiligt ist, erst recht, wenn jetzt die Energieanlagen der Region zerstört werden sollten

Venezuela, Kuba aber auch Grönland aber auch Zoll und Energiepolitik. Niemand vergisst der Irankrieg. Es geht um Macht, Ressourcen und Hegemonie. Energieherrschaft ist das Ziel Churchill „wer Öl, der beherrscht die Welt“,

Alles das zeigt: es geht um das Ringen um eine neue Weltordnung

  • Alte untergehende Hegemonialmacht USA im Schlepptau /Vasallen EU-Europa

  • Neue aufstrebende ökonomisch und politisch stärker werdende Mächte: China (Patente, Universitäten bei über 60 von 72 Spitzentechnologien führend, siehe auch neuen 5 Jahresplan), Indien aber auch Brasilien oder in neuen Netzwerken zu sprechen BRICS plus, plus Partner und genereller formuliert der globale Süden

  • Europe beschworen von Merz: ökonomisch rückläufig 9% von 15% 2015 ebenso Anteil am Welthandel, zerstritten, innere Konkurrenz, leblos, ein Fossil aber zunehmend militarisiert (800 Milliarden nächsten Jahre, 95 Milliarden Kredit ohne Wiedersehen an die Ukraine, das alles gegen Europäisches Recht!) und als angeschlagener Krieger saugefährlich, aber sie sind nur Clowns am Zaun! Europa ist in die Bedeutungslosigkeit gerutscht (Draghi, Rubio und Jeffry Sachs)

Unter kapitalistischen Profit, Einfluss und Ressourcen Rahmenbedingungen nicht friedlich – historisch nicht und in der Spätphase des Kapitalismus erst recht nicht, zumal sich diese durch einen deutlichen wirtschaftlichen Niedergang auszeichnet.

Es geht um die Überwindung von 500 Jahren Kolonialismus, Neokolonialismus und westlicher Hegemonie oder um den meiner Meinung nach verzweifelten Versuch der Verlierer dieser globalen Auseinandersetzung – den kapitalistischen Westen mit seiner Geschichte diese Dominanz zu behalten bzw. wie Das ist, der Inhalt der oft allzu erratisch oder spontihaft gefundenen Politik Trump, der diese Hegemonie mit besonderer Brutalität wieder zu erringen versucht.

EU Europa und besonders Deutschland Vasall (siehe Merz Verhalten), gleichzeitig aber auch Eigeninteressen als „Weltmacht“ im Konzert mitspeilen zu wollen. Realitätsverlust deutscher Politik macht diese umso gefährlicher.

Und nicht vergessen: NATO globale Nato und EU als kleine NATO! Das Militärbündnis der Welt.60 ja 70% der Weltrüstungsausgaben geben die globalen NATO-Länder aus, sie sind der Treiber der Rüstungskonzerne und ihren Profiten.

Deutschland ist international mit dem gigantischen Rüstungsverschuldungsprogramm, seiner hemmungslosen Aufrüstung durchaus ein Vorreiter des Militarismus

  • Ausgezeichnet durch Hochrüstung über 100 Milliarden Rüstungsausgaben und es werden jährlich mehr, ab 2030 fließt jeder 2 Euro des Bundeshaushaltes und Kriegsvorbereitung Russland (Arbeitsteilung) Konkurrenz und Unterwürfigkeit zwei Seiten der Medaille des Platzes an der Profit Sonne. Eigenständige militaristische Profilierung

Achtung: Soziales betonen

Ausgaben 2026 124 Milliarden, bis 2030 250 Milliarden bis zu 45% des Haushalts.

  • Beteiligung an Stellvertreter Kriegen besonders Ukraine
  • Ausplünderung der Welt (Handelsabkommen)
  • Besondere Rolle Deutschland: Militärische Führungsmacht in Europa
  • Niemals wieder alleine: Unterwürfigkeit und EU-Dominanz: Militärisch ausgerichtet

Ideologisch, politisch und durch Repressionen abgesichert werden wird diese Politik und Strategie durch die Lüge des Feindbildes Russland

  • Historisch anknüpfen, kalten Krieg niemals überwunden
  • Aktuelle keine vermeintliche Schandtat ohne Putin
  • Keine Verdummung und Lüge, Verdrehung und Gehässigkeit, die man Russland und Wladimir Putin nicht zuschreibt. Wadephul: Russland wird immer unser Feind bleiben“
  • Steht der Russe schon am Rhein, die Faktenlosigkeit angesichts von Militär, Politik und Strategie Russlands ist schon beeindruckend: die Lüge potenziert sich mit jeder Aussage von Merz, Strack-Zimmermann, Kieswetter oder Klingbeil und den geifernden Medien.

Sie schaden unserem Land: unsere politische Elite und die Verantwortlichen Politiker Verstoßen tagtäglich gegen das Grundgesetz und ihren Eid (Schaden vom deutschen Volk zunehmen)

Sie schaden uns, ja sie gefährden unsere Gesellschaft in ihren Grundzügen.

Konsequenz:

  • Deindustrialisierung: Irankrieg verschärft alles noch einmal dramatisch (Energie, Lieferketten, Inflation)
  • Kriegskeynsianismus (VW, Görlitz, Werften) weniger Arbeitsplätze
  • Gesellschaftliche Militarisierung; von Wehrpflicht über Gesundheitswesen, Wissenschaft und Kommunen, friedliche Zusammenleben und die Bildung ganzer Generationen zerstört
  • Militarismus auf Umwelt und Klima Auswirkungen (Pentagon ein Staat an 5. Stelle der Klimakiller, Irankrieg!!)
  • Propaganda, Medien und Feindbild: Russlands
  • Das Völkerrecht wird zu alles zu mietenden und zu missbrauchenden Hure! Deutsche Politiker können beim Völkerrecht „keine Einordnung“ vornehmen (Iran und Venezuela, Merz und Wadephul) Zurücktreten wegen Unfähigkeit und wozu haben wir denn zig Juristen in jedem Ministerium sitzen. Es bleibt eine Lüge für ihre Vasallenhaftigkeit.
  • Erwähnen: Steinmeier: kluge Einsicht und Doppelmoral

Diese kriegshetzerische Elite aus CDU/CSU, große Mehrheit der SPD und den Grünen zu der auch die AFD als Kriegspartei gehört, muss abgelöst und überwunden werden: sicher nicht heute oder morgen aber prinzipiell, wenn wir in Frieden leben wollen. Ich erspare mir Äußerungen zur opportunistischen Linken

Ein weiteres Wort an diese Damen und Herren: wissen Sie denn eigentlich, worüber sie reden, wenn sie Krieg vorbereiten, ja geradezu herbeireden und die Medien auch herbei schreien.

Wissen Sie denn, was Krieg ist

  • Er ist kein Computerspiel: erinnert, immer wieder im Westen nichts neuen, die Waffen nieder: Krieg ist grausam und unmenschlich, das schlimmste und er zerstört selbst die, die ihn überleben.

Wie soll denn Europa aussehen -Europa gibt es nicht mehr

Das Gerede über Krieg ist verantwortungslos ja verbrecherisch.

Was bedeutet das alles für uns, für uns Aktive in der Friedensbewegung

  • Wir wissen, dass wir zu schwach zu zersplittert, vielfältig ja gegeneinander agierend und auch unter Spaltungsansätzen immer noch leidet
  • Aber aktiv, sich wehrt, sich einmischt, zusammenfindet (von Berliner Appell bis 3.10, von den Ostermärschen bis zu den Jugendprotesten gegen Wehrpflicht

Verweigert! Wehrt euch

Kanonenfutter für Profite.

  • Aber ich wiederhole mich qualitativ (Bündnispolitik und Breite) sowie quantitativ (bei jeder Aktion fehlen mindestens eine Null eigentlich 2 bei der Beteiligung)
  • Mangelnde Internationalität, besonders globaler Süden
  • Zunehmende Repression! Kontosperrungen und Berufsverbote, Demoverbote und Polizeiterror nur erwähnen

Was bedeutet das jetzt für uns: März 2026

  • Ohne die Überwindung des Feindbildes Russland werden wir die Kriegsvorbereitung und die Hochrüstung nicht stoppen – Volksdiplomatie und Aufklärung, so kompliziert es auch immer ist! Freundschaft mit Russland ist die Grundbedingung für ein neues friedliches inklusives Europa
  • Wir brauchen eine einheitliche gesellschaftliche Friedensbewegung: Gewerkschaften, Kirchen, Umweltverbände: das einfache, das so kompliziert ist

Gewerkschaften, Sozialverbände: Neues Bündnis: 20 Millionen fordern gerechten Sozialstaat mit 14 großen Organisationen, Institutionen alles richtig , es fehlen nur drei Sätze: kein Wort zur Hochrüstung zu den über 100 bis 125 Milliarden für die Rüstung! Grenzen und Herausforderung.

Unsere Aufgabe

Kirchen EKD Friedens Denkschrift – segnen die Waffen!!! Aber:

  • Parteien: keine falschen Berührungsängste und Dominanzbefürchtungen, jeden Ansatz nutzen: BSW, Linke, SPD, auch kleine Parteien.

Nächste Schritte

  • Nach den Ostermärschen
  • Schulstreik und Jugendbewegung: zusammenführen, Breite, keine Vereinnahmung. Die Jubelberichte vom 18.03 über das plus von 3000 für ein Jahr und der Bericht des Wehrbeauftragten über Abbrecherquoten von 20%, sie brauchen die Wehrpflicht! Trotz Wirtschaftskrise

Wozu braucht Deutschland 300.000 Soldaten!

  • Wiesbaden und Grafenwöhr, Berliner Appell
  • Herbst: denken in Szenarien und Offenheit bei nicht Unterschätzung der logistischen Notwendigkeiten: Offenheit für Neues und für schnell verändernde Situationen

Konzert und Aktion – gute Idee.

Dramatische Auswirkungen Hochrüstung und Kriege! 4 Jahre Ukrainekrieg sind schon vier Jahre zu viel!

  • Strategisch längerfristig: gemeinsame Sicherheit ist die Alternative, Überwindung der NATO unabdingbar

Schwierigste Situation mit gesellschaftlichen Resignationen, Verzweifelnden und Brutalität der Herrschenden (zunehmende Repression): in der Tradition der 135 Jahre IPB, alles versuchen,

  • Ansatzpunkte 35% sind trotz aller medialen Hetze gegen Krieg, diese ansprechen und mobilisieren.

eine friedliche Entwicklung zu erreichen. Aufgeben ist keine Option, Handeln und einmischen und Frieden ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Frieden (Willi Brandt)