”Wohnen in Mannheim kann so ‚ätzend‘ sein.”

„Niemals alleine, immer gemeinsam“ – Die Linke will bei Haustürgesprächen mehr über die Alltagsprobleme der Menschen erfahren | Bild: KIM
Ein Team der ”Linken” schildert seine Mietwucher-Erfahrungen während der Haustürgespräche im gestarteten Landtagswahlkampf am Wochenende 10./11. Januar 2026.
Die Linken vom Kreisverband Mannheim haben an über 2.000 Haustüren im Stadtteil Schwetzingerstadt das Gespräch mit den BewohnerInnen gesucht. Das Ziel: So viele Menschen wie möglich davon zu überzeugen, am 8. März mit den Linken die erste soziale Opposition in den Landtag von Baden-Württemberg zu wählen, um die vielen Probleme der Menschen anzugehen. Eines der am häufigsten genannten Themen sind zu hohe Wohnungsmieten.
Dass dies traurige Realität ist in Mannheim beweist ein besonders krasses Beispiel von Mietwucher, das meinen Begleiter und mich in einem Wohnblock in der Augartenstraße richtig schockiert hat. Wir, das sind zwei Neumitglieder der Linken, die bei den Haustürgesprächen nach den Nöten der Menschen fragen und politische Lösungen der Linken vorstellen.
Aber zurück zum Mietwucher. Nur 200 Meter Luftlinie entfernt vom Nobelstadtteil Oststadt leben in diesem Haus in der Schwetzingerstadt etwa 70 Menschen in, man kann es nicht anders beschreiben, einer Art von ”Hasenställen” nebeneinander; vom Dachgeschoß über fünf Stockwerke nach unten. Jede Etage hat einen etwa 15 Meter langen Mittelgang. Links und rechts davon wurde die Fläche mit sogenannten Rigipswänden eingeteilt in sechzehn ”Apartments”. Deren Größe, laut Angaben von Mietern, liegt zwischen 20 und 25 Quadratmetern. Darin ein Zimmer mit Kochnische und eine Nasszelle. Für ihren kleinen ”Hasenstall”, sagt uns eine Frau aus Asien, zahlt sie 510 Euro warm. Die größere Version dieser miesen Unterkünfte liegt bei rund 600 Euro Warmmiete. Zieht man von der Warmmiete die Heiz und anderen Nebenkosten pauschal mit 150 Euro ab, dann liegt der Quadratmeterpreis jeweils bei 18 Euro. Die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete liegt laut dem neuen Mietspiegel der Stadt Mannheim bei 9,19 Euro pro Quadratmeter.
Die Mieter in diesem Haus, zahlen also das Doppelte an Miete!!! Und dabei ist der Zustand des Hauses unterste Kategorie. Unser Eindruck: Hier wurde schon lange nichts mehr saniert. Wir haben Schimmel an den Wänden gesehen und abgebröckelten Putz. In einer Etage liegen im Gang zwischen den Apartments Köder für Ungeziefer. In einer Etage stinkt es dermaßen, dass uns übel wurde und wir schnell wieder den Rückzug antraten. Die Menschen mit denen wir gesprochen haben waren meist ausländischer Herkunft. Mit nur wenigen konnten wir uns in Deutsch unterhalten, weil sie noch nicht lange im Land sind. Gerade sie haben es schwer sich gegen Mietwucher zu wehren, auch weil sie froh sind überhaupt eine Bleibe zu bekommen. Wir haben versucht sie über die Mietwucher-App der Linken zu informieren. Doch für sie besteht wenig Chancen sich gegen die Abzocke ihrer Vermieter zu wehren, müssen wir befürchten.
Die Vermieter im Haus sind verschiedene Privatpersonen und auch Geschäftsleute, die ihre Angestellten als Mieter offenbar ausbeuten. Das erzählten uns einige Bewohner. Ein junger Mann, der gerade einige Möbelstücke in seine frisch gemietete 20 Quadratmeter-Behausung hineintrug, als wir unsere Befragungsaktion machten, sagte uns auf die Frage, warum er sich das antue bei dieser Wuchermiete? ”Ich suche und suche und bekomme einfach nichts anderes.”
Und genau deshalb kämpfen wir Linken, nach Aufhebung der Mietpreisbremse in Mannheim, weiter für bezahlbaren Wohnraum für alle!
Harald und Bernhard















