Mitglieder des Migrationsbeirates unterstützen mit Beitritt das Antidiskriminierungsbüro Mannheim e. V.
Mitglieder des Migrationsbeirates unterstützen mit Beitritt das Antidiskriminierungsbüro Mannheim e. V.
„Wir alle können potentiell von Diskriminierung betroffen sein – sei es aufgrund von Herkunft, Alter, Geschlecht, Behinderung, sexueller Orientierung, Religion oder sozialem Status. Und dann sind wir froh, wenn wir uns an eine professionelle Beratungsstelle wenden können – deshalb sollten wir uns auch alle für den Erhalt des Antidiskriminierungsbüros einsetzen.“
Mit diesen Worten erläuterte Sefa Yeter, stellvertretender Vorsitzender des Mannheimer Migrationsbeirates dessen Aktion, mit der alle Beiratsmitglieder im Rahmen der öffentlichen Sitzung am 11. Februar dem Antidiskriminierungsbüro Mannheim e. V. (adb) ihre Anträge auf Vereinsmitgliedschaft überreichten. Zuvor hatten adb-Geschäftsführer Jeasuthan Nageswaran und sein Team die Arbeit des adb vorgestellt, das professionelle Beratung und Unterstützung für von Diskriminierung Betroffene bietet, (fallbezogene) Empowerment-, Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit leistet und damit zur Stärkung von Teilhabe, Chancengleichheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt in Mannheim beiträgt. Doch wie andere Akteure ist auch das adb von den Einsparungen im städtischen Haushalt betroffen:
„Zentrale Aufgaben können wir daher nur noch eingeschränkt wahrnehmen und die Erreichbarkeit sowie Verlässlichkeit unserer Angebote sind leider nicht dauerhaft sichergestellt“, so Nageswaran und führte aus: Auswirkungen der erheblich eingeschränkten finanziellen Förderung seien der unvermeidbare Abbau von zwei Stellen (verblieben sind zwei Vollzeitstellen aufgeteilt auf vier Mitarbeitende), die Einschränkung des Beratungsangebotes sowie der präventiven und sensibilisierenden Maßnahmen und die zeitweise Aussetzung der Annahme neuer Beratungsanfragen bzw. längere Wartezeiten. Gleichzeitig sei Mannheim im Landesvergleich das meist genutzte Büro von allen und die Anzahl der dokumentierten Fallakten habe sich innerhalb der letzten vier Jahre (2021 bis 2025) verdreifacht. Die finanziellen Einschränkungen fallen damit in eine Phase anhaltenden bzw. steigenden Bedarfs an Antidiskriminierungsberatung und -prävention – was nicht nur die Mitglieder des Migrationsbeirates mit Sorge beobachten:
„Vor dem Hintergrund des zwanzigjährigen Bestehens des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Jahr 2026 wird die Sicherstellung entsprechender Unterstützungsstrukturen von vielen Akteur*innen als sehr bedeutsam eingeschätzt. Wir vom Migrationsbeirat sagen: Sie ist unverzichtbar. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, dass das Antidiskriminierungsbüro Mannheim e. V. (adb) in seinem Fortbestehen gesichert ist“, betont dessen Vorsitzende Lavdrata Jusufi. Die Aktion, dem adb als Migrationsbeirat geschlossen als Mitglieder beizutreten, soll daher Zeichen und Aufruf zugleich sein:
Jede*r einzelne Mannheimer*in könne die Arbeit des adb über einen jährlichen Mitgliedsbeitrag oder eine Spende unterstützen und damit dazu beitragen, dass Mannheims unabhängige Beratungsstelle für alle Menschen, die Diskriminierung erfahren, erhalten bleibt – und das Angebot im Fall der Fälle auch selbst in Anspruch genommen werden kann. „1000 Mannheimer*innen, die bereit sind, einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von beispielsweise 35 Euro zu zahlen, könnten damit schon eine halbe Stelle finanzieren – das wäre eine mögliche Vision“, so Sefa Yeter, der gemeinsam mit seinen Beiratskolleg*innen auf viele Nachahmer*innen hofft. Der adb-Mitgliedsantrag steht allen Interessierten als Download unter www.mannheim.de/migrationsbeirat/aktuelles zur Verfügung, außerdem sind nähere Informationen zur Arbeit des adb auf www.facebook.com/adbmannheim oder www.instagram.com/adb_mannheim abrufbar.
Das Thema Antidiskriminierung ist eines der Schwerpunktthemen, die sich der amtierende Migrationsbeirat zu Beginn seiner Amtszeit 2025 gesetzt hatte. Bei seiner diesjährigen Klausurtagung Anfang Februar beschlossen die Beiratsmitglieder, dieses sowie die beiden weiteren bereits gesetzten Themen „Bildungsgerechtigkeit“ (vor allem im Elementarbereich) und „Politische Teilhabe“ (insbesondere von Mannheimer*innen ohne Wahlrecht) als Schwerpunkthemen ihrer Arbeit beizubehalten. Als Schwerpunkt neu gesetzt wurde zudem das Thema „Wirtschaft, Arbeit, Soziales“, bei dem sich der Migrationsbeirat u. a. intensiver mit der Einwanderung ausländischer Fachkräfte und deren Integration in Mannheim auseinandersetzen möchte.
Bei ihrer Klausurtagung konnten die Beiratsmitglieder außerdem mit Ümmügülsüm Solmaz eine neue Kollegin begrüßen: Die Rechtswissenschaftlerin mit Wurzeln in der Türkei trat Mitte Januar über die Nachrücker*innenliste die Nachfolge von Hülya Ayağlar an, die ihr Mandat im Dezember aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte.
Der Migrationsbeirat der Stadt Mannheim ist seit dem Jahr 2000 die offizielle politische Interessensvertretung der Mannheimer*innen mit Migrationsbiografie und Schnittstelle zwischen der Mannheimer Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft. Er berät Politik und Verwaltung in migrations- und integrationsrelevanten Belangen und entsendet Vertreter*innen mit Rede-, Anhörungs- und Antragsrecht in den Gemeinderat und dessen Fachausschüsse. Auf diese Weise ermöglicht er politische Teilhabe. Nähere Informationen zu den Aufgaben und Mitgliedern des Gremiums sind abrufbar unter www.mannheim.de/migrationsbeirat.
Pressemitteilung des Migrationsbeirat Mannheim
Foto: Mitglieder des Migrationsbeirates mit dem Team des Antidiskriminierungsbüro Mannheim e.V. bei der Übergabe der Mitgliedsanträge am 11.02.2026 im Stadthaus N1 (Copyright: Migrationsbeirat)
















