Tarifrunde der Länder: 2.000 beim Streiktag Bildung in Mannheim
Der von der GEW bundesweit ausgerufene Bildungsstreik hat öffentliche und private Schulen getroffen. Internate blieben geschlossen. Unterstützt wurden die streikenden Lehrer*innen vom Vorsitzenden des Landeselternbeirats.
Am bundesweiten Streiktag Bildung haben in Baden-Württemberg etwa 1.000 angestellte Lehrkräfte, Sozialpädagog*innen und Erzieher*innen im Landesdienst sowie Beschäftigte an den Hochschulen gestreikt. Zur Kundgebung in Mannheim kamen 2.000 Personen, darunter auch GEW-Mitglieder aus anderen Bundesländern. Bundesweit beteiligten sich knapp 12.000 Pädagog*innen am GEW-Bildungsstreiktag.
„Trotz des miserablen Wetters haben sich heute viele Menschen am Streik beteiligt und damit ein Zeichen gesetzt. Gute Bildung geht nur mit einer attraktiven Bezahlung und mit guten Arbeitsbedingungen. Die Bildungsprofis wollen unseren Kindern und Jugendlichen Wissen und Werte vermitteln, sie fit machen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Zur Gerechtigkeit gehört auch: Es darf nicht passieren, dass die Beschäftigten der Länder weniger bekommen als ihre Kolleg*innen der Kommunen, für die wir vergangenes Jahr ein gutes Tarifergebnis erreicht haben. In Potsdam erwarten wir in der dritten Verhandlungsrunde endlich ein seriöses Angebot der Arbeitgeber“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Mannheim.
Zum ersten Mal hat ein Vorsitzender des Landeselternbeirats Baden-Württemberg auf einer GEW-Streik-Kundgebung gesprochen und die Forderungen der größten bildungspolitischen Interessenvertretung im Südwesten unterstützt. „Gute Schulen leben die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Lehrkräften. Für Elternarbeit brauchen die Schulen mehr Zeit, die angesichts des Lehrkräftemangels oft Mangelware ist. Deshalb unterstützen auch die Eltern die Forderungen der Gewerkschaften: Eine attraktive Bezahlung ist eine Voraussetzung, damit es genügend Bewerber*innen gibt und alle Lehrkräftestellen besetzt werden können. Davon werden Schüler*innen und ihre Eltern profitieren“, sagte in Mannheim Sebastian Kölsch, Vorsitzender des Landeselternbeirats Baden-Württemberg.
Hanna Binder, stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin, sagte in Mannheim auf der Kundgebung zur Feststellung der Arbeitgeber, sich einen Abschluss „Inflation plus einen Schnaps“ vorstellen zu können: „Problematisch an der Haltung der Arbeitgeber ist weniger das Feilschen um Prozente hinter dem Komma. Problematisch ist, dass die Arbeitgeber offensichtlich keine Ahnung davon haben, wie entscheidend jeder Euro mehr im Geldbeutel für Normalverdienende im öffentlichen Dienst ist. Gegenüber allen in den unteren Entgeltgruppen ist diese Haltung einfach nur respektlos.“
Auch kirchliche Privatschulen wurden bestreikt
Die GEW schätzt, dass durch den Streik alleine in Baden-Württemberg mehrere tausend Unterrichtsstunden ausgefallen sind. In den acht Heimsonderschulen (SBBZ mit Internaten) mussten die meisten Internate schließen. Bestreikt wurden auch neun kirchliche Privatschulen und die KBF in Mössingen, die ihre Lehrkräfte nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlen.
Im zentralen Streiklokal an in den Katakomben der Uni Mannheim haben sich heute mehrere hundert Streikende versammelt. An der Demonstration und den Kundgebungen durch die Innenstadt von Mannheim haben am Ende 2.000 Menschen teilgenommen, darunter auch viele Beamt*innen.
Mannheim war heute neben Köln, Hamburg, Berlin und Leipzig einer der zentralen Kundgebungsorte. Neben den Schulen und Heimsonderschulen hat die GEW in Baden-Württemberg auch an den Hochschulen zum Streik aufgerufen.
Pressemitteilung der GEW Baden-Württemberg | Bild: Helmut Roos
















