Erfolgreiche 1. Mai-Veranstaltung in Mannheim (Mit Video-Link)
Link zum Video des DGB zum 1. Mai in Mannheim https://youtu.be/7C10KjFp73M?is=5FhVKy0qtFNL6kt6
Demo und Kundgebung am Alten Messplatz
Der DGB Mannheim verlegte die Feier zum 1. Mai erstmals vom Marktplatz Mannheim zum Alten Messplatz in der Mannheimer Neckarstadt. Gab es im Vorfeld auch kritische Stimmen, da mit dem Marktplatz Mannheim der zentrale Platz in der Mannheimer Innenstadt aufgegeben werde. Überzeugt hat allerdings alle die neue Demo-Route. Sie führt nicht mehr durch eine am Feiertag fast menschenleere Innenstadt, sondern durch die Wohnviertel der Mannheimer Neckarstadt.
Bei der Mai-Demo des DGB ab 10.30 Uhr beteiligten sich nach Angaben des Veranstalters und der Polizei 2.500 Menschen. Bei der „Revolutionären 1. Mai“ beteiligten sich ca. 1000 Menschen. Die Zahlen waren deutlich höher als in den letzten Jahren.
Die Mai-Demo des DGB führte durch die Lange-Rötter-Straße in der Neckarstadt-Ost zur Eichbaum-Brauerei im Wohlgelegen. Dort ist es den Beschäftigten, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft NGG nach schwierigen Gefechten gelungen, den Erhalt des Traditionsbetriebs zu sichern.
Allerdings sollen viele Arbeitsplätze wegfallen. Nach dem Zwischenstopp bei Eichbaum, wo u.a. der Betriebsratsvorsitzende Umit As sprach, ging es zurück zum Alten Messplatz, wo die Kundgebung begann.
Kundgebung
Erstmals wurde kein Hauptredner, also ein gewerkschaftlicher Spitzenfunktionär von Außerhalb eingeladen. Das Programm wurde ausschließlich von lokalen Akteuren bestritten und stand unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. Im Vordergrund standen der Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze, um gute
Arbeitsbedingungen und die Angriffe von Unternehmen und Regierung auf die Arbeitszeit und die Rente. Eine Theateraufführung der Gewerkschaftsjugend, ein Podiumsgespräch mit dem Betriebsrat vom Benz, Pepperl+Fuchs, und John Deere. Ein Gespräch mit der Vorsitzenden des Gesamtpersonalrats der Stadt Mannheim. Ein Input aus der Gruppe der Reinigungsfrauen, die am Mannheimer Uniklinikum um tarifvertragliche Löhne und Arbeitsbedingungen kämpfen. Zum Schluss noch ein Redeeinwurf vom Betrieblichen Solidaritätskomittee, der an die Notwendigkeit gemeinsamer gewerkschaftlicher Gegenwehr appellierte.
Die DGB-Kreisvorsitzenden Sabine Leber-Hoischen und Ralf Heller führten durch das Programm. Umrahmt wurde der Kundgebungsplatz von vielen Infoständen und Imbiss-Ständen.
Revolutionäre 1. Mai Demo
Noch während der Kundgebung formierte sich wie angekündigt die Revolutionäre 1. Mai Demo, die durch Neckarstadt-West und über die Carl-Benz-Straße, wo es das Caterpillar-Werk gibt, führte. Die Demo mit vielen jüngeren Menschen aus dem antifaschistischen Milieu und kapitalismuskritischen Gruppen wie ISK (Initiative
Soziale Kämpfe), gab sich in ihrem eigenen Selbstverständnis deutlich klassenkämpferischer als die Veranstaltung des DGB. Als sich der Demo-Zug in Bewegung setzte, leerte sich der Alte Messplatz spürbar. Das hat allerdings den positive Gesamteindruck nicht wesentlich geschmälert. Immerhin gab es ja davor die gemeinsame 1.-Mai-Demo, an der sich alle beteiligten.
scr / Bilder: Helmut Roos


















