Stimmen zur Wahl

Linke Kandidat*innen Isabell Fuhrmann und Philipp Fränkle bei der Wahlparty am Sonntagabend | Bild: Helmut Roos

Ein bitterer Tag für die Linken

Isabell Fuhrmann ist enttäuscht vom Ergebnis des Wahltages. „Obwohl es der Linken gelang, sich erheblich zu verbessern, ist das Ergebnis bitter“, sagt die Mannheimer Spitzenkandidatin der Linken. Die neoliberale Politik, welche die im Landtag vertretenen Parteien verfolgen, bedeute fünf weitere verlorene Jahre statt konsequentem Antifaschismus, gute Bildung, bezahlbare Mieten und echte Klimagerechtigkeit. Doch Fuhrmann gibt sich kämpferisch: „Die Linke kämpft weiter und ich mit ihr für soziale Gerechtigkeit und gut ausgestatteten Kommunen.“ Sozialsprechstunden, Heizkostenchecks und Mietwucher-App soll es weiterhin geben.

Persönlich hat der Wahltag die überzeugte Feministin Isabell Fuhrmann wütend gemacht: „Dass der Feministische Kampftag von zwei Männern gekapert wurde, indem man ein Kopf an Kopf Rennen inszeniert und so tut, als ob es für die Menschen im Land einen Unterschied macht, wer Landesvater und wer ‚nur‘ Minister wird.“

Elke Zimmer besorgt über starke AfD

Elke Zimmer von den Grünen hat gemischte Gefühle im Rückblick auf den Wahlsonntag. Sie wird als Direktkandidatin für den Mannheimer Süden in den Landtag einziehen. „Was mich mehr als besorgt macht, ist das landesweite Ergebnis anderer demokratischer Parteien und natürlich das Mandat im Mannheimer Norden für die AfD“, sagt sie gegenüber der Kommunalinfo. Trotzdem sei sie mit Blick auf das Ergebnis der Wahl in Mannheim zufrieden, sowohl bei Erst- und Zweitstimmen. Verlässliche Politik auf Augenhöhe zahle sich aus.

Ihren Blick richtet sie jetzt auf die Koalitionsverhandlungen in Stuttgart. Zimmer will versuchen, die Themen, die ihr wichtig sind im Koalitionsvertrag verankern. Für Mannheim bedeute das vor allem eine verlässliche Finanzierung, wie auch für andere Kommunen. Und sie will sich weiter für Bildung stark machen: „Mein Herzensthema war und ist die Bildungsgerechtigkeit: Herkunft und Bildungserfolg müssen entkoppelt werden.“

Kandidat*innen von SPD, CDU und FDP zerknirscht

Boris Weirauch wird über die Landesliste der SPD in den Landtag einziehen. Auf Instagram spricht er von einem langen und harten Abend für die Sozialdemokratie in Baden-Württemberg. Es werde Zeit brauchen, die Bedeutung und Dimension des Ergebnisses zu realisieren.

Die Mannheimer Kandidatin der CDU, Sengül Engelhorn wird nicht in den Landtag einziehen. Sie sei traurig über das Ergebnis, gab sie bekannt. Sie werde sich aber weiter als Stadträtin engagieren.

Oskar Weiß ist für die FDP zur Landtagswahl angetreten. Die ist nach der Wahl aus dem baden-württembergischen Landtag ausgeschieden. Gegenüber dem SWR spricht Weiß von einem schweren Tag. Der Wähler habe nicht gesehen, wofür die FDP stehe. (jab)