Es geht weiter bei Eichbaum, aber mit vielen Kündigungen
Eichbaum bleibt Mannheim erhalten, das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet: Etwa zwei Drittel der Beschäftigten werden ihr Jobs verlieren.
Am Dienstag, 24.03.2026 hat die Gläubigerversammlung am Amtsgericht entschieden, dass es mit Eichbaum weitergehen soll. Eine komplette Abwicklung des insolventen Industriebetriebs im Wohlgelegen erschien weniger rentabel, als die Fortführung mit Hilfe einer Finanzspritze des – bisher noch öffentlich unbekannten – Investors. Das berichtete Betriebsrat Umut As, der an der Gläubigerversammlung teilnahm.
Erleichterung und Besorgnis lagen nah beieinander
Für den Betriebsrat ist es eine schwere Zeit. Die Entscheidung hatte sich bei den Gläubigerausschusssitzungen am Freitag und am Montag bereits abgezeichnet, nun endlich die finale Entscheidung. Einerseits sei man froh und erleichtert, dass man Klarheit habe, dass es weitergehe. Die letzten Wochen seien eine Zitterpartie mit völlig unklarem Ausgang gewesen. Andererseits werden nun voraussichtlich 200 Kolleginnen und Kollegen ihre Jobs verlieren.

Die Stimmen am Werkstor wurden von den Gläubigern gehört. Zumindest für einen Teil der Beschäftigten geht es weiter.
Die Pläne des Investors sehen eine drastische Verkleinerung der Belegschaft von aktuell knapp 300 auf unter 100 Beschäftigte vor. Was das konkret bedeutet, ist noch offen. Der Betriebsrat geht aber davon aus, dass ganze Abteilungen geschlossen werden.
Gewerkschaft steht hinter Beschäftigten
Hakan Ulucay, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft NGG: „Es ist gut, dass eine Entscheidung für das traditionsreiche Werk in Mannheim getroffen wurde. Jetzt geht es darum, dass es für die verbleibenden Beschäftigten weiter geht und sie wieder auf sichere Arbeitsplätze bauen können. Es muss ein tragfähiges Zukunftskonzept für Eichbaum in Mannheim geben.“
Stephanie Albicker, für Eichbaum zuständige Gewerkschaftssekretärin der NGG in Mannheim, ergänzt: „Wir werden darauf achten, dass der Arbeitsplatzabbau sozial verantwortungsvoll gestaltet wird, denn hinter jeder Kündigung stehen Einzelschicksale, stehen Menschen und deren Familie, stehen ganze Existenzen.“

Auch in Zukunft werden hier LKWs ein und ausfahren: Werkstor zum Betriebsgelände der Brauerei Eichbaum
Der Betriebsrat ist nun gefordert, zusammen mit der Gewerkschaft einen guten Sozialplan auszuhandeln und dafür zu sorgen, dass die Kündigungen sozial abgefedert werden.
Die Marke Eichbaum bleibt auch in Zukunft erhalten
Eichbaum gilt als ältestes Unternehmen der Stadt. Das Gründungsjahr 1679 ist stolz auf die Etiketten der Bierflaschen aufgedruckt. Ein komplettes Aus für Eichbaum hätten sich viele Mannheimer*innen kaum vorstellen können.
Betriebsrat Umut As ist erleichtert, dass die Markenrechte bei Eichbaum bleiben. „Auch das war eine Option, dass die verkauft werden müssen“, berichtet er. Auch wenn die weiteren Entwicklungen bei Eichbaum noch schwer absehbar sind, ein Sommer ohne Ureich ist uns erspart geblieben. (cki)
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