Für Menschenwürdiges Wohnen im Sicheren Hafen Mannheim – schließt alle Lager!
Vor ca. zwei Monaten wurde die vorrübergehende Schließung der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in der Industriestraße Mannheim bekannt. Bis jetzt ist es unklar, ob bereits wieder in wenigen Monaten Menschen in dem Sammellager ausharren müssen. „Die LEA wurde im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe von einem Privatunternehmen unterhalten, das mit der Unterbringung der Menschen unter miserablen Umständen, enormen Gewinn gemacht hat. Wir müssen verhindern, dass es wieder dazu kommt!“ so Lena Daffner der Seebrücke Mannheim. Möglicherweise soll die LEA saniert und wieder in Betrieb genommen werden. Die Aktivistin äußert sich zweifelnd; „Ob es möglich ist, die Wohnsituation in der baufälligen Immobilie in so kurzer Zeit merklich zu verbessern ist fraglich.“.
Nicht nur in Zeiten des Lockdowns und unter Anordnungen von Kontaktbeschränkungen, sondern auch unter normalen Umständen ist die Unterbringung von geflüchteten Menschen in Massenunterkünften keine humanitäre Lösung. „Wir können nicht dabei zusehen, wie das Gebäude möglicherweise nur notdürftig renoviert wird, um Geflüchtete wieder unter ähnlich miserablen Umständen unterzubringen. Wir brauchen zukunftsfähigere Lösungen!“, so Lars Watsch von der Seebrücke Mannheim. Er fordert deswegen eine dezentrale Unterbringung der Geflüchteten.
„Mannheim hat sich vor einem Jahr zum Sicheren Hafen erklärt. Die Stadt muss jetzt beweisen, dass sie Verantwortung für die Menschen übernimmt, die in Mannheim Zuflucht und Sicherheit suchen.“, betont Daffner. Momentan ist die Stadt durch das sogenannte LEA-Privileg von dem Königsteiner-Schlüssel, der die Verteilung der Geflüchteten auf kommunaler Ebene regelt, befreit.
„Mannheim hat durch die Landeserstaufnahmestelle viel weniger Menschen aufgenommen, als in der Stadt Kapazitäten vorhanden sind. Wie kann es sein, dass Mannheim auch jetzt nach der Räumung der LEA nicht wieder bei der Verteilung durch den Königsteiner-Schlüssels berücksichtigt wird? Wir haben Platz!“.
Die Seebrücke Mannheim richtet sich mit ihren Forderungen an die Stadt und das Regierungspräsidium. „Wir setzen uns für die Schließung aller Lager ein. Die Unterbringung in Massenunterkünften ist und bleibt keine humanitäre Lösung. Auch die Situation in Moria und weiteren griechischen Lagern ist immer noch prekär. Baden-Württemberg kann mit dem Beschluss eines Landesaufnahmeprogramms direkt helfen und die Stadt Mannheim steht als Sicherer Hafen in der Pflicht aktiv darauf hinzuwirken.“, so Watsch.
Das Aktionsbündnis Seebrücke Mannheim fordert statt der Sanierung und Wiederbezug des Lagers in der Industriestraße, eine dezentrale, menschenwürdige und zukunftsfähige Unterbringung von Geflüchteten und das Hinwirken auf ein Landesaufnahmeprogramm in Baden-Württemberg durch die Stadt Mannheim. Die kommunale Aufnahme von Geflüchteten nach dem Königsteiner Schlüssel und zusätzlich wie angekündigt aus Seenot geretteter Menschen muss ermöglicht werden.
(Seebrücke Mannheim)















