Der feministische Kampftag 2026

8. März 2026 – Seit über 100 Jahren ist der 8. März der Kampftag aller vom Patriarchat unterdrückten Personen. Auch dieses Jahr gab es in Mannheim wieder eine Demonstation. Über 2500 Menschen schlossen sich dem Aufruf des feministischen Bündnisses Mannheim an. Unter dem Motto „In harten Zeiten solidarisch bleiben – feministisch, international, antikapitalistisch“ lief der lautstarke Demozug vom Gewerkschaftshaus über den Ring und die Fressgasse zum Marktplatz. Die vielen hauptsächlich jungen Menschen hatten viele kreative Schilder dabei, wie zB „if you don’t fight for all woman, then you stand for no woman“ oder „Girls just want fundamental rights“.

„Wir sind überwältigt von der großen Anzahl und der kämpferischen Stimmung der Menschen, die dieses Jahr mit uns auf der Straße waren!“, sagt eine Sprecherin des feministischen Bündnisses.
Schon am Gewerkschaftshaus wurde die gute Stimmung musikalisch vom „Chor für Menschen, die nicht singen können“ begleitet. Anschließend folgten kämpferische Reden verschiedener Gruppen des Bündnisses. Der Demozug wurde dann kraftvoll von kurdischen Frauen mit Daf-Trommeln angeführt. Ein zusätzliches Highlight war, als spontan ein Banner in der Höhe des Nationaltheaters heruntergelassen wurde. Das Banner zeigte die Farben Rojavas und trug in großen Buchstaben das Wort „Frauenkampf“.

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Neben kämpferischen Parolen wie ‚Flinta*, die kämpfen, sind Flinta*, die leben – lasst uns das System aus den Angeln heben!“ oder „Ehe Küche Vaterland – unsre Antwort Widerstand!“, wurden über ein Mikrophon auch Durchsagen vorgelesen, die erklären, warum die Demonstrierenden auf der Straße sind:

„Heute ist der 8. März und an diesem Tag gehen wir als FLINTA* gemeinsam auf die Straße – für echte Gleichberechtigung und für eine Welt, in der Ausbeutung keinen Platz mehr hat. Feminismus bedeutet für uns, nicht nur individuelle Unterdrückung zu bekämpfen, sondern die Verhältnisse an der Wurzel zu packen. Für uns gilt: Patriarchat abschaffen – hier und weltweit“

„Wir erinnern heute daran, dass wir FLINTA*s deutlich mehr Gewalt erleben als cis Männer, vor allem durch cis männliche Partner. Durch unsere unbezahlte Sorgearbeit wird dieses kapitalistische System erst aufrechterhalten. Und noch immer werden Schwangerschaftsabbrüche, die zur allgemeinen Gesundheitsversorgung gehören sollten, kriminalisiert. Der heutige 8. März ist deshalb ein Tag des Widerstands und der Solidarität!“

„Der 8. März ist nicht nur hier ein Tag des Protests, sondern weltweit. Weltweit sind mehr FLINTA* denn je von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen, werden bedroht, zur Flucht gezwungen oder fallen ihnen zum Opfer – auch ihre Stimmen und Kämpfe gehören in unseren feministischen Widerstand. Besonders denken wir heute an die Frauen in Rojava, die die Revolution verteidigen. Der feministische Kampf kennt keine Grenzen. Jin, Jiyan, Azadî!“

Zur Abschlusskundgebung am Marktplatz war dieser sehr gefüllt. Die vielen Menschen hörten gespannt den fünf Abschlussreden zu. Am Ende verwies die Moderation auf die diesjährige feministische Veranstaltungsreihe, die auch auf der Webseite fem-mannheim.de nachzulesen sind und betonte – jeder Tag ist feministischer Kampftag!

Text: Feministisches Bündnis Mannheim | Bilder: Helmut Roos