Nach schwerem Fahrradunfall: Ghost Bike am Unfallort abgestellt

An der Unfallstelle in der Elsa-Brandström-Straße in Friedrichsfeld wurde das Ghost Bike aufgestellt
An das Opfer erinnern und auf die Gefahren hinweisen – das ist die Idee hinter einer Aktion, die aus den Reihen der Mannheimer Critical Mass organisiert wurde. Am Freitagabend fand eine Gedenkfahrt für das Opfer eines Verkehrsunfalls statt. Am Unfallort wurde ein sogenanntes Ghost Bike, ein weiß gestrichenes Fahrrad mit Gedenktafel, aufgestellt.
Es brauche dringend gesetzlich vorgeschriebene Abbiegeassistenten für LKW, mahnte Anmelder Gerhard Fontagnier, Stadtrat der Grünen, am Unfallort an. „Der Verkehrsminister muss endlich handeln.“ Solange die elektronischen Warnsysteme noch nicht gesetzlich vorgeschrieben seien, rufe er alle Speditionen dazu auf, ihre LKW-Flotten freiwillig damit auszurüsten. Denn es sei auch für die Fahrer*innen eine Erleichterung.

Die Teilnehmer*innen der Gedenkfahrt gedachten dem Opfer des Verkehrsunfalls mit einer Schweigeminute
Knapp 100 Radfahrer*innen dürften den Weg von der Innenstadt bis zum Industriegebiet im Stadtteil Friedrichsfeld ganz im Osten der Stadt mitgefahren sein. Auf Schildern an den Rädern war zu lesen „Mehr Sicherheit auf den Radwegen“ oder „Mehr Platz fürs Rad“.
Anlass der Gedenkfahrt war ein Unfall, der sich am Morgen des 18. Juni ereignet hatte. Ein LKW hatte einen neben im, auf einem gekennzeichneten Radweg fahrenden Radfahrer, vermutlich nicht gesehen und beim Rechtsabbiegen in eine Firmeneinfahrt überrollt. Das Opfer, ein 34 jähriger Familienvater aus Friedrichsfeld, erlag seinen schweren Verletzungen. Er hinterlässt zwei kleine Kinder, berichtete eine Teilnehmerin der Kundgebung.
Die Abbiegeassistenten für LKW müssten gesetzliche Pflicht werden, war die Hauptforderung der Veranstaltung. Anmelder Gerhard Fontagnier kündigte an, dass noch in diesem Jahr ein kommunalpolitisches Forum zur Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer*innen gestartet werden soll. Die neuen Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat stellten eine Chance dar, wirklich etwas zu verändern. Mit den Stimmen von Grünen, SPD und der frisch gegründeten Fraktion von Die Linke, Die Partei und Die Tierschutzpartei gebe es endlich eine fahrradfreundliche Mehrheit im Gemeinderat. Er lud alle Interessierten dazu ein, sich an diesem Prozess zu beteiligen und Vorschläge für Verbesserungen beizutragen.
(cki)
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