Frankenthal (Pfalz): Fridays for Future meldet sich zurück (mit Fotogalerie)

Am Freitag, den 23.08.19, fand in Frankenthal die inzwischen vierte von SchülerInnnen organisierte Klimastreik-Veranstaltung in diesem Jahr statt. Rund 200 Personen nahmen diesmal, kurz nach den Sommerferien, teil. Mit dabei waren auch mehr Erwachsene als bei vorangegangenen Terminen. Ganze Schulklassen mit LehrerInnen waren gekommen, die die Fridays for Future (FFF)-Anliegen zum Unterrichtsthema machten.

„Könnt ihr nicht endlich aufhören?“ – „Nein, das können wir nicht!“

Bei der Auftaktkundgebung am Speyerer Tor sagte eine Vertreterin des FFF-Orgateams in Frankenthal, dass man von Kritikern die Frage gestellt bekäme, ob „es jetzt nicht langsam Zeit wäre die Aktivitäten wiedereinzustellen?“. Darauf erwiderte die junge Aktivistin, dass „es ganz und gar nicht an der Zeit ist übers Aufhören nachzudenken, ganz im Gegenteil solange sich politisch nichts bewegt, machen wir natürlich weiter“. Ein rüstiger Rentner sprach unseren KIM-Reporter an und sagte: „Die gehen mir so langsam auf den Sack.“ Auf die Frage des Reporters weshalb dies so sei äußerste der ältere Herr „Weil halt“ und lief weiter in Richtung Innenstadt.

Klimanotstand vielerorts

Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch alle Reden, die im Verlauf der Streikdemo gehalten wurden. Diverse Waldbrände im Sommer 2019 in Europa, als Folge des Klimawandels, wurden ebenso angesprochen, wie aktuell die verheerenden Brände im Amazonasgebiet in Brasilien. Kritik wurde auch an Nachrichtenmedien geübt. „Diese berichten lieber über das lächerliche Angebot des umstrittenen U.S. Präsidenten Trump Grönland kaufen wollen, anstelle die klimaschädliche und rassistische Politikagenda des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro in den Fokus der Berichterstattung zu stellen“.

Mit einer eindrucksvollen Flashmob-Aktion wurde bei der Zwischenkundgebung am Marktplatz den weltweiten Opfern der Klimakrise gedacht: Eine Minute lang legten sich die TeilnehmerInnen schweigend auf die Straße.

Ein männlicher Passant monierte wild gestikulierend, dass „10-12jährige SchülerInnen keine Ahnung über das Thema Klima hätten“ und „noch weniger wüssten was CO2 ist“. Ein sehr entspannter FFF-Ordner teilte dem Kritiker mit, „dass die Schüler dies schon wüssten und ansonsten die Teilnahme am Klimastreik rein freiwillig erfolgt“. Der sichtlich erregte Bürger entfernte sich daraufhin.

Eine Passage aus einer der gehaltenen Reden bringt das Anliegen der FFF-Aktivisten sehr deutlich zum Ausdruck:

„…Und ich bin es leid, bei jeder Demonstration sagen zu müssen: Die Politik macht zu wenig. Da oben sitzen Menschen, die die Konsequenzen ihres Handelns nicht tragen müssen. Die letzte Generation, die noch etwas tun kann und deshalb die volle Verantwortung trägt, aber auch die Generation, die uns seit Jahren im Stich lässt. Wie können sie das eigentlich mit ihrem Gewissen vereinbaren? Und ich will diesen Satz nicht noch einmal wiederholen müssen: Es muss JETZT gehandelt werden. …“

Dankesworte und Terminhinweise bei der Abschlusskundgebung

Eine Rednerin thematisierte zum Abschluss, dass bereits sehr viele Städte den Klimanotstand ausgerufen haben. „Und wo bleibt Frankenthal? Man erwarte vom Stadtrat eine klare Antwort auf diese Frage.“

Der Dank ging an die Polizei und das Ordnungsamt, welche für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung Sorge getragen haben. Auch den ehrenamtlichen OrdnerInnen wurde gedankt. Ein besonderes Lob wurde den Schulleitungen und Lehrkräften ausgesprochen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und sich proaktiv am FFF-Klimastreik beteiligt haben. „Statt die FFF-AktivistInnen und für Klimaschutz streikende SchülerInnen zu kriminalisieren, machen diese die Inhalte zum Unterrichtsstoff“.

Als Terminhinweise wurden gegeben, an denen FFF in Frankenthal sich beteiligen wird:

  • Mittwoch, 28.08.19, Stadtratssitzung in Frankenthal ab 17 Uhr und Debatte über den
    Antrag der Parteien Die Linke und Die Grünen zum Thema „Klimanotstand“
  • 31.08. – 20.09.19 „Stadtradeln“ – Frankenthal ist dabei
  • 20.09.19 Globaler Fridays for Future Klimastreiktag; auch in der Rhein-Neckar-Region sind Veranstaltungen geplant

 

(Bericht und Bilder: Christian Ratz)

 

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