Erfolgreicher Protest gegen Kundgebung des rechtsextremen III. Weg in Kaiserslautern (mit Fotogalerie)

200-300 Menschen traten am 07.06.20 der Nazipropaganda in Kaiserslautern entgegen. Die neonazistische Kleinstpartei „Der III. Weg“ hatte zu einer Kundgebung am Platz vor der Stiftskirche aufgerufen. Rund 60 Parteimitglieder, zum Teil aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, und Sympathisanten kamen so in der Innenstadt zusammen. Anlass der Zusammenrottung war der Brand eines Pkw auf dem Privatgrundstück des Parteivorsitzenden Klaus Armstroff am 02.06. in Weidenthal. Hinter dem Brand vermuten die Rechtsextremisten „antifaschistischen Terror“. Einer ersten Mitteilung der Ermittlungsbehörden zufolge gehen diese von Brandstiftung aus.

 

Schon vor Beginn der Nazikundgebung sammelte sich am Stiftsplatz der antifaschistische Gegenprotest auf einer Kundgebung gegen Naziterror und rassistische Gewalt, die von Mitgliedern des Bündnisses „Kaiserslautern gegen Rechts“ organisiert war. Als der III. Weg seine Kundgebung eröffnete, verließen die Antifaschistinnen und Antifaschisten den Stiftsplatz, um die rechte Hetze von mehreren Seiten lautstark zu stören.

„Es war die Antifa“

Für Klaus Armstroff (ehemaliger NPD-Funktionär) stehen, obschon die polizeilichen Ermittlungen zum Brand andauern, die Täter bereits fest: „Es war die Antifa“.

Als weitere Redner fungierten u.a. Julian Bender (Gebietsleiter West) und der wegen schwerer Körperverletzung vorbestrafte Stützpunktleiter Pfalz Mario Matthes. Aus Bayern kam gar eine größere Abordnung der Nazi-Partei angereist. Mit dabei der wegen eines geplanten Terroranschlags zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte Karl-Heinz Statzberger (Leiter des Stützpunkts München/Oberbayern).

Kaiserslautern zeigte wie es geht

Innerhalb weniger Tage war es dem Bündnis gelungen einen starken antifaschistischen Gegenprotest auf die Beine zu stellen.

Was der Sonntag jedoch auch zeigte ist die Verschiebung der Kräfteverhältnisse zwischen den Neonazi-Parteien. Nach dem deutlichen Misserfolg des „Tages der deutschen Zukunft“ am vergangenen Samstag in Worms, war es dem III. Weg gelungen im Alleingang innerhalb kürzester Zeit so viele Anhänger zu mobilisieren, wie NPD und Die Rechte zu ihrem alljährlichen „Großevent“.

Tim Gmeiner vom Bündnis merkt an: „Heute hat sich wieder gezeigt, dass starke antifaschistische Strukturen in der Lage sind, sich der rechten Hetze entgegenzustellen. Wir rufen deshalb alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, sich zu organisieren, denn die rechte Hetze ist alltäglich und unser Widerstand muss noch stärker werden!“

Stefan Glander (Die Linke Kaiserslautern)

Stefan Glander, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Die Linke im Stadtrat Kaiserslautern ergänzt im Nachgang: „Bereits am Donnerstag zeigten fast dreihundert Menschen bei der Mahnwache für George Floyd in Kaiserslautern, was sie von Rassismus und Polizeigewalt halten. Bei der antifaschistischen Gegendemo zu einer Kundgebung der rechtsextremistischen Partei „Der III. Weg“ am Sonntag machten weit über zweihundert Teilnehmer den Nazis lautstark klar, dass Faschisten und ihre menschenverachtende Ideologie keinen Platz in Kaiserslautern haben. In den von der Linksjugend Solid, dem Jugendverband der Partei DIE LINKE, organisierten kreativen Protest stimmten auch Passanten, Wirtshausgäste und sogar die Kellner ein. Die friedliche Stimmung hielt bis zum Ende der Versammlung an, die erst nach Abzug der Faschisten beendet wurde. Gerade unter dem Eindruck der Morddrohungen gegen Kommunalpolitiker der Linken in Landau war dieser Sonntag ein wichtiges der Zeichen der Solidarität, dass sich Antifaschisten nicht einschüchtern lassen, sondern klare Kante gegen Rassismus und Faschismus zeigen.“

(Bericht mit Material einer PM: cr / Fotos: cr und ARP)

 Weitere Bilder des Tages:

-Gegenprotest-

-Der III. Weg-

 

image_printBeitrag drucken