Starke antifaschistische Proteste in der Bahnstadt: 1.500 Menschen gegen die AfD in Heidelberg
Am 19.01.2026 war der rechtsradikale Ministerpräsidentschaftskandidat der AfD Markus Frohnmaier im Rahmen seiner Landtagswahlkampftour in Heidelberg – doch er stieß auf entschiedenen antifaschistischen Widerstand. Seinem Auftritt im Bürgerhaus Bahnstadt stellten sich 1.500 Menschen entgegen. Auf dem Gadamerplatz und der benachbarten Pfaffengrunder Terrasse fanden gleich drei Gegenkundgebungen statt: Eine Antifa-Kundgebung, eine des Queerfeministischen Kollektivs Heidelberg und eine des Bündnisses Kein Schritt nach Rechts setzten jeweils unterschiedliche Schwerpunkte mit Rede- und Kulturbeiträgen. Weitere Proteste gab es von einer angrenzenden Kirchengemeinde.
Zur antifaschistischen Kundgebung, die auf dem Gadamerplatz direkt gegenüber des Eingangs zum Bürgerhaus Bahnstadt stattfand, hatten verschiedene lokale Gruppen aufgerufen. Nach Redebeiträgen der Antifaschistischen Initiative Heidelberg (AIHD), der Seebrücke Heidelberg und der linksjugend [’solid] Heidelberg sprachen SJD – Die Falken Heidelberg und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen (VVN-BdA) Heidelberg.
Schon früh entwickelte sich am Rand dieser Kundgebung der Hauptprotest, bei dem zeitweise rund 1.500 Menschen mit Transparenten, Fahnen, Schildern und lautstarken Parolen der AfD unmissverständlich zu erkennen gaben, dass in Heidelberg kein Platz für rechte Hetze ist. Der ursprünglich angedachte Einlass zur Veranstaltung wurde dadurch schnell blockiert, sodass die AfD-Anhänger*innen nach Nebeneingängen suchen mussten. Die Besucher*innen der AfD-Veranstaltung mussten über die gesamte Dauer antifaschistische Parolen und ein Pfeifkonzert über sich ergehen lassen.
Die Polizei, die die Veranstaltung bewachte, wollte zunächst kritische Beobachter*innen nicht in die angeblich öffentliche Veranstaltung einlassen. Später überließ sie es den AfD-Veranstalter*innen und deren aggressiv auftretenden „Securities“, unerwünschte Gäste „auszusieben“ und einige Menschen gewaltsam aus dem Saal zu werfen. „Die Stadtteilvereine möchten wir ermutigen, den regelmäßigen Ausschluss der Öffentlichkeit bei solchen AfD-Veranstaltungen zum Anlass zu nehmen, gegen die Nutzung ihrer Räume durch die AfD vorzugehen“, bemerkte Clara Grube, Sprecherin der AIHD. „Denn aktuell müssen sie an alle Parteien für öffentliche Veranstaltungen vermieten – für nicht-öffentliche Veranstaltungen jedoch nicht.“
Zu den gestrigen Protesten erklärte Grube: „Auch wenn wir in Heidelberg schon lange keine AfD-Veranstaltung in dieser Größenordnung mehr gesehen haben, konnte Markus Frohnmaier mit seiner rechten Propaganda keine Bürger*innen erreichen, die nicht bereits fest am rechten Rand verankert sind. Was bleibt, ist ein starkes Zeichen gegen rechts!“ Abschließend ergänzte sie: „1.500 Menschen haben sich entschieden und unüberhörbar dem braunen Treiben entgegengestellt und deutlich gemacht, dass in Heidelberg kein Platz für die faschistische Hetze der AfD ist. Daran müssen wir auch in den kommenden Monaten anknüpfen und dem braunen Treiben der AfD im Wahlkampf entgegentreten. Keine Halle, keine Straße, keine Normalität: AfD stoppen!“
Text & Bilder: Antifaschistische Initiative Heidelberg


















