Lyrik zu einem ernsten Thema – Situation der Geflüchteten an einer EU-Außengrenze

Im folgenden drucken wir ein lyrisches Gedicht von Haru Schuh ab, das sich mit der katastrophalen Lebenssituation der syrischen Flüchtlinge an der türkisch/syrischen Grenze beschäftigt. Ein sehr gelungenes Gedicht, wie wir meinen. (red.) 

 

auf leben und tod

solidarität mit den opfern faschistischer europäischer grenzsicherung

seh die geflüchteten

schreien und weinen

Aktion Seebrücke vor der Gemeinderatssitzung am 3. März in Mannheim

angstgefüllt

sie werden lebendig und laut

in den bildern des internets

die um die welt gehen

die opfer an der türkisch-griechischen grenze

sind keine fremden

sondern sind menschen

wie du und ich

aber verachtet verfolgt gemordet

in einer unmenschlichen welt

des grenzenlosen geldes und profits

doch die opfer sind menschen menschen mit allen rechten

zu wenige (noch) in der festung europa

empören sich über den organisierten krieg

der grenzschützer mit tränengas, blendgranaten

und faschistischen schlägertrupps

gegen schutzsuchende menschen und diejenigen

die ihnen helfen zu überleben

Kundgebung am 3. März in Heidelberg

grenzschützer was für ein wort

traut nicht den falschen verheißungen

leeren versprechungen und hohlen betroffenheitsreden

die unmenschlichen grenzsicherer sagen nicht die wahrheit

sie wollen und können das elend nicht stoppen

das sie selbst verursacht haben

durch krieg profitsucht ausplünderung von mensch und natur

sie leben vom elend das sie selbst ständig aufhäufen

schlimmer als aasgeier

Rassismus tötet

wir wollen eure tödliche sicherheit und ordnung nicht

menschheitsfeinde

zu wenige (noch) trauern hier in der festung europa um die opfer

zu wenige (noch) sind empört

um wirksam gegen die tödliche abschottung europas aufzustehen

hier im herzen der bestie europa

um die sichtbaren wie die unsichtbaren mauern zu sprengen

und auf die ungerechtfertigten Privilegien

des neokolonialismus zu verzichten

der die menschheit entzweit und spaltet

wir brauchen all unseren mut all unsere fantasie

Kundgebung am 3. März in Heidelberg

um weiterzukämpfen

und die verfolgten ausgestoßenen ausgegrenzten brauchen uns

um zusammen mit uns weiterzukämpfen

bis die welt ganz anders wird und wirklich menschlich

und diese neue welt nicht mehr lediglich nur ein ziel in unseren träumen bleibt

alle geflüchteten

haben ein recht auf existenz auf leben

das nicht von grenzen profit und strategischem geschacher abhängt

dass ihr menschenrecht verwirklicht wird

dafür zusammen mit ihnen zu kämpfen

ist die solidarische losung

jetzt und überall !

 

04/03/2020 (haru)