Kundgebung zum Gedenken an Oury Jalloh – ermordet in einem Dessauer Polizeirevier

Am Freitag, den 07.01.2022 um 17:30 Uhr versammelten sich in der Mannheimer Innenstadt ca 25 Menschen, um gemeinsam Oury Jalloh zu gedenken, der vor 17 Jahren in der Zelle Nummer 5 im Polizeirevier Dessau verbrannt wurde.

Dass Jallohs Tod kein Selbstmord war, wie bis heute von Seiten der Polizei und der Justiz vermittelt wird, belegen einige Gutachten von renomierten Brandexperten, die seit 17 Jahren von Freund*innen und Familie von Oury Jalloh in Auftrag gegeben wurden.

Ein radiologisches Gutachten belegt zudem, dass Oury Jalloh vor dem Brand in der Zelle schwer misshandelt wurde.

All die Belege, Gutachten und Beschwerden, Anzeigen und Wiederaufnahmeanträge haben bisher nicht dazu geführt, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden.

Tödliche Polizeigewalt wird verschwiegen und geleugnet.

Die Initiative Oury Jalloh gründete sich bereits 2005 und sorgt seit dem dafür, dass die Wahrheit über den Tod von ihrem Freund, Bruder und Sohn bekannt und die wahren Täter vor Gericht gestellt werden. Eine ausführliche Chronologie der unfassbaren (juristischen) Vorgänge finden sich auf der Homepage der Initiative: https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/

Um die Arbeit der Initiative weiterzuführen ist sie auf Spenden angewiesen: Spenden

Am 07.01.2022 fanden viele weitere Kundgebungen in Gedenken an Oury Jalloh statt unter anderem zogen in Paris einige Sans Papiers vor die deutsche Botschaft und äußerten ihre Wut und Trauer über die Ereignisse in Deutschland. In einer Liveschaltung via Handy zeigte sich ein Sprecher der Sans Papiers schockiert und wütend über Oury Jallohs Tod in einem demokratischen Land, in dem er Schutz gesucht hat. (iw)

Weitere Informationen

Break the silence – Initiative in Gedenken an Oury Jalloh