Vierte Insolvenz des Galeria-Konzerns. Filiale Mannheim auf der Schließungsliste

Es ist nicht das erste mal, dass die Kaufhof-Beschäftigten um ihre Jobs bangen. Das Bild stammt von 2023. | KIM-Archiv
Die Warenhauskette Galeria, einst Galeria Karstadt Kaufhof, hat für seine 83 Filialen am 2.10. 26 erneut Insolvenz beantragt, zum vierten Mal seit 2020, im Durchschnitt also alle zwei Jahre. Im Juli bereits erschien erneut eine Liste von diesmal 33 Standorten, die geschlossen werden könnten. Sie seien von der Ertragskraft zu schwach und die Mieten zu hoch. Auch Mannheim Paradeplatz steht auf dieser Liste. (MM 2.10.26) Die Eigentumsverhältnisse der Immobilie seien immer noch ungeklärt, weil sie immer noch unter Verwaltung des Insolvenzverwalters des Signa-Konglomerats von René Beko stehe. Der „Projektentwickler“ Egon Scheuermann, der in Mannheim schon so manche Immobilie gekauft hat, um sie z.B. weiter an die Fa. Alan zu verkaufen (Ehemaliges Gebäude der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) am Neuen Messplatz, jetzt Studierendenwohnheim der gehobenen Preisklasse, oder das ehemalige Verwaltungsgebäude der GBG am Ulmenweg, jetzt Wohn- und Geschäftshaus), ist mit seinem Kaufbegehren nicht zu Potte gekommen. Er wollte die Immobilie an Galeria dann vermieten.
Davon abgesehen, dass das Geschäftsmodell Warenhaus sich wahrscheinlich tatsächlich aufgrund des Onlinehandels so nicht mehr am Markt halten kann, sind die überteuerten Mieten immer wieder das Hauptproblem.
Nach wie vor aktueller Antrag der Li.Par.Tie.-Frakation aus 2024: Kauf der Immobilie aus der Insolvenzmasse!
In diesem Zusammenhang sei an den Antrag der Li.Par.Tie.- (heute LTK-)Fraktion vom April 2024 nach der dritten Insolvenz erinnert, in dem sie den Ankauf der Immobilie durch die Stadt fordert: „Die Fraktion LI.PAR.Tie. im Gemeinderat Mannheim fordert, dass die Stadt die Immobilie auf dem Quadrat P1 am Paradeplatz, in der derzeit das Kaufhaus Galeria Kaufhof residiert, selbst oder durch eine Tochtergesellschaft vollständig erwirbt. Das kann durch ein Vorkaufsrecht, bei einer möglichen Versteigerung aus der Insolvenzmasse des Eigentümers Signa oder in direkten Verhandlungen stattfinden. Als Eigentümerin kann die Stadt am effektivsten Wirtschaftspolitik für die Bedürfnisse der Mannheimer Innenstadt betreiben und dafür sorgen, dass der bedeutende Einzelhandelsstandort durch die drohende Schließung der Galeria-Kaufhof-Filiale nicht geschwächt wird.
Fraktionsvorsitzender Dennis Ulas (Die Linke) erklärt: ‚An dieser äußerst prominenten Stelle der Mannheimer Innenstadt dürfen wir uns nicht auf Appelle an Privatinvestoren oder deren Versprechungen verlassen. Eine Vermittlung der Kaufhof-Immobilie an einen neuen privaten Immobilieninvestor, wie Oberbürgermeister Specht in seiner Pressemitteilung vom 27. April 2024 zitiert wird, ist nicht zielführend. Die überhöhten Mieten des aktuellen Eigentümers haben zur erneuten Insolvenz der Warenhauskette beigetragen. Daher muss die Stadt Eigentümerin dieses Gebäudes werden, um den Einfluss auf die weitere Entwicklung dieses Standorts zu sichern. Andere Städte bundesweit haben dies bereits getan oder prüfen den Erwerb von Kaufhaus-Immobilien. Mannheim muss diesen Beispielen folgen.‘
Durch den Immobilienerwerb durch die Stadt könnte sich die Filialschließung noch abwenden lassen und die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Andernfalls kann die Stadt dafür sorgen, dass wieder ein starker Anker an diesem Standort platziert wird. Der oder die künftigen Mieter muss bzw. müssen tarifgebundene Beschäftigungsverhältnisse schaffen sowie die Attraktivität Mannheims und der Planken als eines der umsatzstärksten Oberzentren in Deutschland sichern oder gar erhöhen.
Das Kaufhof-Parkhaus in C2 sollen die Mannheimer Parkhausbetriebe (MPB) übernehmen, um den ruhenden Verkehr in den Quadraten weiterhin verstärkt in die Parkhäuser lenken zu können und die Straßen zu entlasten. Alternativ soll die Stadt dieses Parkhaus langfristig als solches absichern.“
Der Antrag wurde seinerzeit „durch Stellungnahme der Verwaltung erledigt“. Erledigt ist jedoch die Gefahr immer noch nicht, dass diese bedeutende Immobilie als Spekulationsobjekt missbraucht wird. Wenn sich die Galeria-Filiale nicht halten können sollte, kann und muss die Immobilie perspektivisch z.B. für gemischte Geschäfte – auch inhabergeführte – entwickelt werden und / oder für öffentliche Einrichtungen, z.B. für die Zentrale Stadtbibliothek, die weiterhin in N1 eingeklemmt ist? Phantasie ist gefragt und ein gemeinwohlorientiertes öffentliches Finanzierungs- und Entwicklungskonzept.
Thomas Trüper















