Fast 400 Medizinstudierende demonstrieren in Mannheim für bessere Bedingungen
Stillstand oder Spitzenmedizin?
Die Fachschaften Mannheim und Heidelberg organisierten sich am 28.10.26 in einer landesweiten Demonstration im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. (bvmd) „SOS – Stillstand oder Spitzenmedizin?”.
Die rund 400 Medizinstudierenden aus ganz Baden-Württemberg gingen für faire Ausbildungsbedingungen im Praktischen Jahr (PJ) und eine grundlegende Reform der Ärztlichen Approbationsordnung auf die Straße.
Auf dem Marktplatz in Mannheim betonten der Marburger Bund und bvmd die Wichtigkeit einer Vergütung nach BAföG-Höchstsatz im PJ. Am Ende der Demonstration rief der Hausärzteverband Baden-Württemberg vor dem Uniklinikum den Bund und das Land Baden-Württemberg dazu auf, endlich das Medizinstudium zu reformieren.
„Seit 2023 liegt ein inhaltlich ausdiskutierter Entwurf für eine neue Approbationsordnung auf dem Tisch, aber Bund und Länder können sich nicht über die Finanzierung einigen.”
kritisiert Márk Möller, Bundeskoordinator für das Praktische Jahr der bvmd. ”Das ewige Pokerspielen, wer mehr zahlen muss verspielt unsere Zukunft und das können wir uns – im Gegensatz zur neuen Approbationsordnung – wirklich nicht leisten!” so Möller weiter.
Im Praktischen Jahr arbeiten Studierende oft bis zu 60 Stunden pro Woche, erhalten dafür aber meist nicht einmal eine existenzsichernde Aufwandsentschädigung. Statt eine fundierte Ausbildung zu erhalten, arbeiten viele von ihnen bis zu 60h pro Woche in prekären Bedingungen in der Klinik.
„Gute medizinische Versorgung braucht gute medizinische Ausbildung – wer an unserer Ausbildung spart, spart an der Gesundheit von uns allen”, betont Xue Ling Zhou, Mitorganisatorin der Demo. “Wir fordern die Landesregierung auf, die Reform der Approbationsordnung im Bundesrat endlich zu unterstützen, damit die Lehre im Medizinstudium nicht in Methoden des letzten Jahrtausends versumpft.”
Die Forderungen werden von einem breiten Bündnis unterstützt. So gehören die Bundesärztekammer, der Marburger Bund, der Hartmannbund, ver.di, der Hausärzteverband und weiteren Akteuren zu den Erstunterzeichnern der Petition zur Aktionswoche.
Fachschaften der Studierenden der Medizin der Unis Heidelberg Und Mannheim, 29.10.2026

















