Prozesse wegen Aktionen gegen Heidelberg Materials‘ CO2-Emissionen und Verletzungen der Menschenrechte und des Völkerrechts

Nächster Prozess und Solidaritätsaktion

Der nächste Prozess zu einer Aktion im April 2025 zu den CO2-Emissionen von Heidelberg Materials findet am Montag, den 12. Oktober 2026, vor dem Amtsgericht in Heidelberg statt. Hierzu werden von der Kampagne End Cement folgende Aktivitäten angekündigt:

Protest vor der Zentrale: Montag, 12.10., 11:30 Uhr, vor der Heidelberg Materials-Hauptzentrale, Berliner Straße 6, Heidelberg.
Demonstrativer Zug zum Gericht: Von der Zentrale über den Hauptbahnhof zum Amtsgericht Heidelberg, Kurfürstenanlage 15.
Prozessbeginn: 13:00 Uhr, Saal 4. Der Prozess ist öffentlich – die Beklagte freut sich über Unterstützung durch zahlreiche Zuschauer:innen.

Die Protestaktion im Frühjahr 2025 war bunt und ausgelassen – eine satirische Party zur „Feier“ von Heidelberg Materials als größtem Klimakiller Deutschlands. Dafür müssen sich nun Personen vor Gericht verantworten.

Die Beklagten kontern, wer eigentlich auf der Anklagebank sitzen solle, sei der Konzern selbst – für seine Klimasünden und Menschenrechtsverletzungen. Sie wollen gegen die Kriminalisierung von friedlichem Protest aufstehen.

Am Donnerstag, den 24. September 2026, wurde im ersten Prozess zu den diesjährigen Aktionen während des End Cement Camps ein 20-jähriger Student zu 40 Sozialstunden und einem Beratungsgespräch verurteilt. Mit der Start-Aktion des Camps war auf den weltweiten Widerstand gegen Menschen- und Völkerrechtsverletzungen durch Heidelberg Materials aufmerksam gemacht worden.

In seiner Einlassung schilderte der Angeklagte eindrücklich, wogegen sich der Widerstand an vielen Orten weltweit richtet, und wie Ressourcenabbau, das Ableiten des Grundwassers, Feinstaubbelastung der Luft und die Kontamination von Böden den Menschen die Lebensgrundlagen entziehen. Die Richterin kommentierte dies mit der Bemerkung, ob Heidelberg Materials Menschenrechte verletze, wisse sie nicht – und es interessiere sie auch nicht.

Trotz solcher Haltungen hat eine kreative und widerständige Verteidigung bereits zu mehreren Einstellungen und Freisprüchen geführt. Auch im aktuellen Fall wurde Berufung eingelegt.

Pressemitteilung: Kampagne End Cement