Tierschutzpartei kritisiert Schlachtung von Wollschweinen im Herzogenriedpark aufs Schärfste

Wollschweine im Herzogenriedpark – Tierwohl und menschliches Unterhaltungsbedürfnis passen nicht zusammen, kritisiert die Tierschutzpartei | KIM Archivbild
Im Mannheimer Herzogenriedpark wurden zur Bestandsregulierung einige Wollschweine geschlachtet. Laut Stadtpark-Sprecherin Alexandra Wind war dieser Schritt notwendig, um eine artgerechte Haltung der verbleibenden Tiere zu gewährleisten. Alternativen zur Schlachtung seien aufgrund der geltenden Einschränkungen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest weiterhin stark eingeschränkt.
Der Mannheimer Kreisverband der Tierschutzpartei kritisiert den Vorgang aufs Schärfste. „Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass die Tötung fühlender Lebewesen mit dem Prinzip der artgerechten Haltung gerechtfertigt wird“, erklärt der Stadtrat der Tierschutzpartei Andreas Parmentier. „Wenn eine artgerechte Haltung aufgrund eines Anstiegs des Tierbestands nicht mehr möglich ist, dann muss die Konsequenz daraus sein, die Vermehrung frühzeitig und dauerhaft zu begrenzen – und nicht, einzelne Tiere zu töten.“
Zudem stellt sich laut Andreas Parmentier die grundsätzliche Frage nach dem Zweck der Tierhaltung im Herzogenriedpark. „Die Wollschweine und insbesondere deren Ferkel sind bei Besucher:innen sehr beliebt. Daher besteht natürlich kein Interesse an einem nachhaltigen, tierfreundlichen Populationsmanagement, sondern stetiger Nachwuchs ist erwünscht. Das Wohlergehen der Tiere muss also einmal mehr hinter dem menschlichen Unterhaltungsbedürfnis zurückstehen. Für uns als Tierschutzpartei ist klar: Mannheim muss weg von der Haltung von Tieren zu Unterhaltungs- und Attraktionszwecken“.
Auch die mangelnde Transparenz hinsichtlich des ganzen Vorgangs wirft aus Sicht der Tierschutzpartei Fragen auf. Lucia Boileau, Vorsitzendes des Kreisverbands, fordert daher eine umfassende Offenlegung der Umstände und Transparenz hinsichtlich vergangener sowie geplanter, ähnlicher Vorgänge. „Insbesondere muss dargelegt werden, wie viele Tiere getötet wurden und welche Möglichkeiten, die betroffenen Tiere anderweitig unterzubringen, vor der Tötung wirklich geprüft wurden. Auch stellt sich für uns als Tierschutzpartei die Frage, ob solche Vorgänge bereits in der Vergangenheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, und ob weitere Tötungen – auch von anderen Tieren, die in Mannheimer Stadtparks gehalten werden – geplant sind.“
Tierschutzpartei Mannheim















