PARKingDay in Mannheim
Am 20. September fand der diesjährige PARKingday in Mannheim in der Fressgasse statt. Mit bunten Aktionen und Infoständen machten Aktive und Besucher:innen die vielbefahrene und beparkte Straße zu einem lebendigen Aufenthaltraum in der Innenstadt.
Die Veranstalterinnen möchten mit der Aktion aufzeigen, wie in einer Verkehrsberuhigten Stadt die Lebensqualität steigen kann. Mitorganisatorin Ines Joneleit befürwortet, „wenn wir öffentiche Räume mehr als Sozialräume nutzen könnten, indem man sie menschengerechter gestaltet.“ Sie wünscht sich mehr Begrünung gegen Hitze, denn man merke die Klimakrise in der heißesten Stadt Deutschlands. In einer Begrüßungsrede erklärte Jan Nehmiz den Besucher:innen die Hintergründe und die Vorteile der Verkehrsberuhigung.
Ehrenamtliche und Aktive aus den Mannheimer Organisationen nutzten den PARKingday, um Besucher:innen über ihr Anliegen zu informieren. Wie jedes Jahr wurde die Veranstaltung musikalisch begleitet und es gab viel zu sehen und auszuprobieren.
Für Rechte der zu Fussgehenden Menschen setzt sich Fuss e.V ein und nutzte den PARKingday als Plattform für Gespräche mit Menschen „ohne Gehupe, Gestank von Verbrennerautos, den Reifenabrieb von durchdrehenden Poserautoreifen“.
Die Omas gegen Rechts unterstützten mit ihrer Anwesenheit die Forderung nach mehr Raum für Menschen: „Die Stadt wird lebenswerter, wenn weniger Autos da sind, weniger Krach, Abgase, Hitze.“ Mit liebevoll selbstgebastelten Karten, Gebäck und Handarbeiten verzauberten sie Besucher:innen.
Von der Seebrücke Mannheim waren ebenfalls Aktive vertreten, um Menschen zu informieren und dafür einzutreten, dass Menschen auf der Flucht ein Zuhause finden auch in Mannheim. Die Seebrücke steht für sichere Fluchtwege und Entkriminalisierung für Seenotrettung. Die
Evangelische Kirchengemeinde Mannheim unterstützt traditionell den PARKingday und war auch dieses Jahr vertreten mit vielen Informationen und guten Gesprächen. Man setze sich für Menschen und das Klima ein, Mobilität sei wichtig als Teil des Klimaschutzkonzepts. Jan Nehmiz, Mitorganisator und Versammlungsleiter des PARKingday in Mannheim stellte die Wurmkiste zur Wohnungskompostierung vor. Es sei wichtig, dass man organische Abfälle nicht in den Restmüll werfe und verbrenne. Auch der Bokashi-Eimer zur Fermentierung als Alternative war dabei.
Aktive vom ADFC Mannheim sind traditionell auf dem PARKingday in Mannheim zu finden. Der PARKingday mache die Stadt lebendig und als Radfahrende wolle man teilhaben. Besonders in der Fressgasse zeige sich die Wirkung des PARKingdays durch eine Vielzahl von Parkletts. Damit werden Parkplätze zugänglich gemacht für Menschen.
Schon die ganz Jungen beteiligten sich engagiert, auf dem PARKingday war wieder der beliebte Limonaden-Stand. Besucher konnten sich gegen Spende mit liebevoll selbstgemachter Limonade im Mojito-Style verköstigen lassen.
Von den Grünen war die Grüne Jugend, der Ortsverband Mitte, AK Mobilität vertreten mit verschiedenen Aktionen wie Buttonmaschine, Wikingerschach, Malkreide, und dem MannheimQuiz. Der PARKingday sei eine tolle Plattform: „Städte sind für Autos gebaut und werden immer stärker auf Autos ausgerichtet, hier könne man aufzeigen was möglich wäre.“
Bettina Kornmayer von Quadradentscheid sieht den PARKingday als wichtigen Beitrag zur Aufenthaltsqualität. Den PARKingday nutzte sie für die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren für bessere Fuß und Radwege.
Auch die Fraktion LTK aus dem Stadtrat zeigte sich mit Ständen von Die Linke, Tierschutzpartei und Klimaliste auf dem PARKingday. Die Linke setzte den Schwerpunkt bei ihrer bundesweiten Mietenkampagne und zum Thema Klimagerechtigkeit.
Dennis Ulas von der Fraktion LTK erklärt: „wir sind hier beim PARKingday, weil wir uns dafür einsetzen, dass die Fressgasse aber auch die anderen Straßen, Kunststraße, Marktstraße verkehrsberuhigt werden, im Besten Fall zu Fußgängerzonen ausgeweitet werden, weil wir mehr Begegnungsräume brauchen. Wir brauchen mehr Entsiegelung, weniger Autoverkehr zum wohle aller Menschen und auch zum Wohle des Einzelhandels und der Gastronomie in der Innenstadt.“
Die Fraktion LTK hatte dazu ihre 22 Anträge zur Verkehrswende zur Veranschaulichung an einer Wäscheleine aufgehängt, die die Verkehrswende vorantreiben sollen.
Stadträtin Jessica Martin meint zum PARKingday in der Fressgasse: „die Stadt könnte sich ruhig trauen die Fußgängerzone hier an der Stelle zu erweitern.“ Über den PARKingday erklärt sie „Es ist jedes Jahr immer wieder schön hier zu sein weil es ein toller Ort ist sich aufzuhalten und weil man mit vielen Menschen ins Gespräch kommt.“
Bei der beliebten Kinderaktion der Klimaliste konnten die Kleinen Spielzeugautos von der Straße angeln, während die Eltern Ideen für mehr Freiraum statt Parkraum sammelten. Besonderen Schwerpunkt legte die Klimaliste dieses Jahr auf auf Begrünung. Der Hitzesommer habe gezeigt, dass ein hoher Versiegelungsgrad lebensgefährlich werden kann.
Eine Ehrenamtliche der Tierschutzpartei möchte Menschen Motivieren, dass Tierrechte mitgedacht werden und hat dafür viele Informationen mitgebracht.
Auch Volt war vertreten mit einem Umweltquiz um aufzuzeigen, dass eine autofreie Innenstadt möglich ist und Grünflächen ohne Durchgangsverkehr attraktiver sind. „Wir haben hier in Mannheim Sandsteinbauten, die gehen kaputt durch die Abgase.“
Bei einem Mythendomino der Klimaschutzagentur probierte sich Groß und Klein in der Wahrheitsfindung. Wer die passende Wahrheit fand, erhielt ein kleines Geschenk. Für die Klimaschutzagentur als gemeinnützige GmbH mit der Aufgabe das Klimabewusstsein in Mannheim zu stärken und die Menschen zu eigenem Handeln zu motivieren, bot sich der PARKingday an.
Ernst betrachteten Passanten den Klimazeitstrahl zur Veranschaulichung von 1881 bis 2100, wie sich die Temperaturen entwickeln oder entwickeln könnten.
Beim „Klima Puzzle Quiz“ des Climate Fresk Deutschland e.V. konnten Besucher:innen ihr Wissen über Klimawandel testen. Anlässlich der Public Climate School möchte die Klimaschutzagentur das Klimapuzzle in Mannheim bekannt machen und läd deshalb zur Klimapuzzle-Woche.
Besucher:innen sind teilweise beim Einkaufsbummel vom PARKingday überrascht worden, waren aber erfreut über die Verkehrsberuhigung in der Fressgasse: „Keine Autos, kein Lärm, keine Abgase.“ Andere sind extra gekommen, um sich an den Ständen zu informieren, und die Musik und die Atmosphäre zu genießen oder Mitmachaktionen auszuprobieren. (MIA)


















