Mannheimer Streiks: Gegen die Werksschließung eines Mannheimer Traditionsbetrieb und zur Tarifrunde im Einzelhandel
Streiks beim Wellpappkonzern DS Smith für einen Sozialtarifvertrag – Mannheimer Werk soll geschlossen werden
Die Firma in Mannheim ist Teil des weltweit tätigen Verpackungskonzern DS Smith, dessen zwei Konzernzentralen in den USA und in London liegen. Weltweit hat der Konzern ca. 66.000 Beschäftigte. Er sieht sich sich als „Weltmarktführer für nachhaltige Verpackungslösungen“. Die Verpackungen basieren auf dem Grundmaterial Zellstoff und auf anderen faserbasierten Produkten. Die Firma in Mannheim ist im Rheinauer Hafen gelegen und war früher ein Teil der Zellstoff in Mannheim-Sandhofen (später PWA, heute Essity). Wir werden über den Fortgang der Verhandlungen zwischen Gesamtbetriebsrat und Unternehmensleitung berichten. (KIM – Die Red.)

21. Mai: DS Smith steht still – am 21.5.2026 hat das gesamte Werk von DS Smith in Mannheim für einen Sozialtarifvertrag gestreikt. ALLE zum Streik aufgerufenen von zwei Schichten haben sich beteiligt, das Werk stand still.
Am frühen Morgen des 21. Mai treffen sich die DS Smith-Beschäftigten des über 70 Jahre alten Standorts in Mannheim. Schichtbeginn an den Werkstoren. Heute gehen die Kolleginnen und Kollegen aber nicht weiter zu den Maschinen. Sie treffen sich vor dem Werk zum Streik, um ihren Forderungen nach einem ordentlichen Sozialplan Nachdruck zu verleihen.
Es waren über 75 Streikende in zwei Schichten. Keiner der zum Streik aufgerufenen hat heute gearbeitet.
Im November wurden die Belegschaften in sechs Werken (neben den zwei OWL-Standorten sind auch Endingen am Kaiserstuhl, Donauwörth, Mannheim und Glinde betroffen) des zum US-Konzern International Paper (IP) gehörenden Verpackungsherstellers DS Smith über eine anstehende betriebsändernde Maßnahme informiert. Demnach sollten fünf dieser Standorte, darunter auch Mannheim, komplett geschlossen werden.
DS Smith steht still – am 21.5.2026 hat das gesamte Werk von DS Smith in Mannheim für einen Sozialtarifvertrag gestreikt. ALLE zum Streik aufgerufenen von zwei Schichten haben sich beteiligt, das Werk stand still.
In der Folge wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat (GBR) zu Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. Im Zuge dieser Verhandlungen legte die GBR-Seite eine wirtschaftlich geprüfte Alternativplanung auf den Tisch, die eine Vielzahl an Arbeitsplätzen erhalten hätte. Das Management lehnte ab. Darüber hinaus gibt es auch keine Einigkeit bei angemessenen Ausgleichsmaßnahmen für die von Kündigung bedrohten Arbeitenden, die Verhandlungen ziehen sich hin. Inzwischen hat auch die Gewerkschaft ver.di einen Sozialtarifvertrag (Tarifsozialplan) gefordert. „Ziel der Tarifforderung sind Regelungen, die neben der reinen Milderung wirtschaftlicher Nachteile der Betroffenen auch ein Mindestmaß an Wertschätzung ausdrücken.“, sagt Daniel Hirschi, ver.di-Konzernbetreuer von DS Smith.
Doch dafür scheint es zunächst kein Budget zu geben. Deshalb sind die Belegschaften an allen fünf Standorten am heutigen 21. Mai in den Streik getreten. „Jahrzehnte geschuftet – heute nix mehr wert?“ oder „Ihr saniert euch auf unsere Kosten!“ war auf Schildern der Streikenden zu lesen. Die Kolleg*innen in Mannheim trugen einen Symbolischen Sarg ihres Werks.
Parallel zu den Streiks laufen die Verhandlungen mit dem GBR am heutigen Tag am für Deutschland zentralen Standort der Gruppe in Erlensee weiter.
Mannheim, 21. Mai 2026, ver.di Rhein-Neckar
ver.di rief am Samstag, den 23.05.2026 folgende Einzelhandelsbetriebe zum ganztägigen Streik auf
- Mannheim: Kaufland, H&M O7, H&M E1, IKEA Mannheim
- Heidelberg: H&M, Kaufland Rohrbach
- Umland: Kaufland Dossenheim, IKEA Walldorf
„Am 24.April fand die erste Verhandlungsrunde statt, ohne dass die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt haben. Auch die Beschäftigten im Einzelhandel stehen dem extremen Anstieg der Lebenshaltungskosten in allen Bereichen gegenüber. Sie brauchen jetzt mehr Geld, für sich und ihre Familien. Ein Bruttogehalt einer vollzeitbeschäftigten Verkäuferin, oder eines Verkäufers von derzeit 3.219 € nach 6 Berufsjahren, reicht da nicht aus“, so Sabine Möller von ver.di Mannheim.
„Mit dem weiteren Streiktag wollen wir den Arbeitgebern signalisieren, dass es uns ernst ist. Und sie bei den kommenden Tarifverhandlungen am 8.Juni 2026 ein Angebot auf den Tisch legen“.
ver.di fordert für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel Baden-Württemberg:
Erhöhung der Löhne und Gehälter um 300 €
Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 €
Laufzeit von 12 Monaten
ver.di Rhein-Neckar















