Rettung gescheitert? Eichbaum vor dem endgültigen Ende

In einer kurzfrsitig einberufenen Betriebsversammlung am Montag wurden die Beschäftigten über den aktuellen Stand der Rettung der Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum informiert. Demnach scheint die Rettung des insolventen Betriebs gescheitert zu sein. Im März war ein Rettungsplan ausgehandelt worden, der zwar harte Einschnitte und Kündigungen, aber auch eine dauerhafte Perspektive für das Traditionsunternehmen vorsah (KIM berichtete). Der Plan ist nun offenbar zu lange verzögert worden und letztlich gescheitert. Den rund 250 Beschäftigten droht unmittelbar die Kündigung. (red) 

Die Gewerkschaft NGG erklärt dazu:

Auf Initiative von Betriebsrat und Gewerkschaft fand heute Vormittag – 13. Juli 2026 – im Mannheimer Rathaus auf Einladung von Oberbürgermeister Christian Specht ein Gespräch mit Vertreter*innen der Stadt, der Gläubiger, des Sachverwalters sowie des Klinikums als möglichem Käufer statt. Anlass war die sich weiter zuspitzende Lage der Privatbrauerei Eichbaum.

„Nach den uns dort vorgelegten Informationen sehen sowohl wir als auch der Betriebsrat kaum noch eine realistische Perspektive für den Erhalt des traditionsreichen Brauereistandorts in Mannheim“, erklärt Hakan Ulucay, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Der Betriebsrat hat deshalb richtig und fair gehandelt und die Beschäftigten heute um 13.30 Uhr im Rahmen einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand informiert.“

Die offizielle Information der Geschäftsleitung gegenüber Betriebsrat und Belegschaft steht weiterhin aus.

Stephanie Albicker von der NGG-Region Mannheim-Heidelberg kritisiert die widersprüchlichen Signale der vergangenen Wochen: „Es lag nicht an den Beschäftigten, dass die Eichbaum-Brauerei vor dem Aus steht. Umso wichtiger ist jetzt vollständige Transparenz darüber, warum noch vor zwei Wochen Hoffnungen geweckt wurden und weshalb die angekündigte Finanzierung der Transfergesellschaft nun zu scheitern droht.“

Zugleich fordert die Gewerkschaft schnelle Klarheit über die nächsten Schritte: „Jetzt braucht es zügig Verhandlungen über einen Sozialplan. Ebenso muss schnell geklärt werden, ob und wie die Transfergesellschaft finanziert werden kann. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit und Perspektiven – sie dürfen nicht von heute auf morgen ohne Unterstützung dastehen“, so Albicker.

Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung erklärt Stephanie Albicker: „Es ist äußerst bitter, dass ein traditionsreicher Standort wie Eichbaum kaum noch eine Chance auf Erhalt hat. Wir sind überzeugt, dass der Betrieb eine Perspektive gehabt hätte, wenn vorhandene Potenziale konsequent und vor allem schnell genug genutzt worden wären. Die Beschäftigten und der Standort hätten diese Chance verdient gehabt.

Quelle: Gewerkschaft NGG Nahrung-Genuss-Gaststätten | Beitragsbild: KIM