Eichbaum: Erste Reaktionen auf offensichtliches Scheitern der Insolvenz in Eigenverwaltung

IG Metall Mannheim:

Eichbaum darf nicht sterben!

Zur aktuellen Nachricht zur drohenden Schließung der Eichbaum-Brauerei erklärt Thomas Hahl, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Mannheim:

Foto: KIM-Archiv 2005

Über 300 Jahre Braukunst, Tradition und Mannheimer Identität stehen auf dem Spiel. Eichbaum ist weit mehr als eine Brauerei – Eichbaum ist ein Stück Heimat, Teil unserer Industriegeschichte und sichert Arbeitsplätze für viele Menschen in unserer Region.ie Beschäftigten sind nicht das Problem. Sie haben ihre Arbeit gemacht – engagiert, zuverlässig und mit großem Einsatz. Wenn Fehlentscheidungen getroffen wurden, dann dürfen nicht die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Rechnung bezahlen. Verantwortung muss dort übernommen werden, wo Entscheidungen getroffen werden. Manager müssen für ihre Fehler haften und sich ihrer Verantwortung stellen.

Jetzt ist die Politik gefragt. Statt Menschen zu beleidigen oder ihnen die Schuld zuzuschieben, müssen die Verantwortlichen Lösungen entwickeln und handeln. Es geht um die Zukunft von Arbeitsplätzen, um industrielle Wertschöpfung und um ein traditionsreiches Unternehmen, das Mannheim geprägt hat.

Mein Vorschlag zur Rettung von Eichbaum:

✅ Das Brauereigelände wird durch den Klinikumverbund übernommen.

✅ Die Brauerei Rothaus übernimmt den Brauereibetrieb und die Marke Eichbaum.

✅ Beide Einrichtungen stehen im öffentlichen Einflussbereich des Landes Baden-Württemberg und könnten gemeinsam eine nachhaltige Zukunftsperspektive schaffen.

✅ Darüber hinaus muss geprüft werden, ob Managementfehler vorliegen, die juristische Konsequenzen nach sich ziehen können.

 

Eichbaum braucht eine Zukunft – keine Abwicklung. Die Politik darf jetzt nicht wegschauen. Wer von Industriepolitik und regionaler Verantwortung spricht, muss jetzt handeln.

Arbeitsplätze sichern. Tradition bewahren. Eichbaum retten.

Thomas Hahl
IG Metall Mannheim

 


 

LTK und Die Linke Mannheim verurteilen scharf die Schließung von Eichbaum

Die Fraktion LTK im Gemeinderat und Die Linke Mannheim verurteilen scharf die endgültige Schließung der Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum und den Verlust aller 240 Arbeitsplätze. Damit werden Existenzen zerstört und es geht mit dem ältesten Unternehmen der Stadt, gegründet vor 347 Jahren, ein wichtiges Stück Mannheimer Identität verloren.

LTK und Die Linke fordern schon länger den Erhalt von Eichbaum und die Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze. Der Niedergang einer der noch vor wenigen Jahren größten Brauereien von Baden-Württemberg ist klar auf Managementfehler zurückzuführen. Entwicklungen auf dem Getränkemarkt wurden verpasst und auf dem Weg in den Abgrund viel zu spät die Notbremse gezogen. Die Leittragenden sind die Beschäftigten, die nichts für diese Fehler können.

Dazu der Kreissprecher der Linken Mannheim, Philipp Fränkle: „Hinter jeder Flasche stehen Menschen, viele seit Jahrzehnten im Betrieb. Wenn Eichbaum verschwindet, verliert Mannheim ein Stück seiner Seele.“

„Warum die Verhandlungen über die Rettung endgültig gescheitert sein sollen, obwohl sich die Stadt dafür stark gemacht hat, ist völlig unklar“, kritisiert Stadtrat Dennis Ulas (Die Linke in LTK). „Wenn die Privatwirtschaft nicht mehr in der Lage ist, den Betrieb fortzuführen und zumindest einen Teil der Arbeitsplätze zu retten, muss sich die Öffentliche Hand, in welcher Form auch immer, stärker engagieren und gemeinsam mit den Beschäftigten einen Ausweg aus der Krise suchen. Es kann nicht angehen, dass in Mannheim seit Jahrzehnten zigtausende Industrie-Arbeitsplätze wegfallen und der Politik dazu nichts als Bedauern und Sonntagsreden einfällt.“

Die Fraktion LTK fordert eine offene Auseinandersetzung im Gemeinderat und in der Öffentlichkeit, weshalb es in Mannheim nicht gelingt, den Prozess der Deindustrialisierung und damit einhergehend den Verlust zigtausender Arbeitsplätze aufzuhalten. Klimaschutzmaßnahmen sind jedenfalls nicht die Ursache.

PM LTK 14.07.26